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Infotag von Pan y Arte

Unterstützung für Kinder in Armut

Münster

Der Verein Pan y Arte leistet kulturelle Bildungsarbeit in Nicaragua. Jetzt stellten zwei namhafte Vertreter des Vereins diese Arbeit vor – denn Entwicklungsarbeit in dem Land ist nicht unumstritten.

Von Jan-David Runte

Henning Scherf (l.) und Christoph Strässer informierten über den Verein Pan y Arte und seine Bildungsarbeit in Nicaragua. Foto: Jan-David Runte

Ohne Nahrung können Menschen nicht überleben. Doch für ein sinnstiftendes Leben braucht es mehr. Kunst zum Beispiel. Dieser Auffassung ist der Verein Pan y Arte. Am Samstag veranstaltete er einen Infotag, um seine kulturelle Bildungsarbeit in Nicaragua vorzustellen und zu diskutieren – Entwicklungsarbeit in Nicaragua ist nämlich nicht ganz unumstritten.

Seit 1994 gibt es Pan y Arte. Der Verein setzt sich für die kulturelle Bildung von Kindern in Nicaragua ein. Sie kommen meist im Alter von fünf oder sechs Jahren und bekommen dort Musik- oder Kunstunterricht.

Teilweise vergibt der Verein auch Stipendien an junge Erwachsene, durch die sie studieren können. So eröffne er jährlich 1000 Kindern eine Perspektive aus der Armut.

„Man merkt richtig, wie die Kinder mutiger werden und sich wieder aufrichten“, sagt Henning Scherf, Ehrenvorsitzender des Vereins und ehemaliger Bürgermeister von Bremen. Er war selbst mehrmals vor Ort.

Entwicklungsarbeit in Nicaragua nicht unumstritten

Nicaragua liegt in Zentralamerika, grenzt im Norden an Honduras und im Süden an Costa Rica. Es ist eines der ärmsten Länder Zentralamerikas. Nach Daten der Weltbank lag das Pro-Kopf-Einkommen 2021 bei etwa 2090 US-Dollar – in Deutschland liegt es bei 50 800. Daniel Ortega, Präsident von Nicaragua, gilt als Unterdrücker politisch Andersdenkender, der unabhängige Medien einschränke.

Entwicklungsarbeit in so einem Regime ist nicht unumstritten. Henning Scherf verteidigt die Arbeit des Vereins jedoch: „Wir unterstützen mit unserer Arbeit nicht das Regime, sondern direkt die in Armut lebenden Kinder.“

Auch Christoph Strässer, Menschenrechtsexperte und langjähriger Förderer von Pan y Arte, ist von der Arbeit des Vereins überzeugt: „Diese Arbeit kann man wirklich noch ohne Vorbehalte unterstützen.“ Das Geld komme direkt bei den betroffenen Menschen an, helfe ihnen aus der Armut.

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