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Festival am Hawerkamp

Knapp 18.000 Besucher rocken beim Vainstream

Münster

Nach zwei Jahren Pandemie-Pause wurde am Hawerkamp in Münster wieder gerockt: Das Vainstream Rockfest lockte am Samstag kanpp 18.000 Besucher an.

Von Björn Meyer

Die Stimmung war am Hawerkamp – passend zum Wetter – schon früh nahe dem Siedepunkt. Foto: Oliver Werner

Es ist 22.25 Uhr am Samstagabend, als der Hawerkamp kollektiv in das Jahr 1994 zurückreist. Es erklingen die ersten Töne von Self Esteem, einer Rockhymne. Ein Lied, das die kalifornische Punkrock-Band „The Offspring“ seinerzeit weltweit berühmt machte. Ein Lied, das wie kaum ein anderes für den Punk und Rock der 90er-Jahre steht – und das ganz nebenbei offensichtlich noch immer die Massen bewegt. Es ist der würdige Schlusspunkt eines Tages, der musikalisch überzeugte und organisatorisch überraschte.

„Die Leute auf dem Gelände sagen, es fühle sich an wie 2019, also vor der Pandemie“, resümiert Vainstream-Erfinder Timo Birth schon am Nachmittag im Büro des Veranstalters Kingstar Music, das direkt am Gelände liegt. Ununterbrochen sei er bis dahin auf, vor und zwischen den Bühnen unterwegs gewesen, erzählt Birth.

Programm kommt bei Besucher an

Was er dabei gesehen hatte – und später noch sehen konnte –, dürfte ihn zufriedengestellt haben. Das Musikprogramm kommt bei den bis zu 18.000 Besuchern an – und zwar ab früh morgens.

„Die amerikanischen Künstler, die wir hier haben, die sagen uns immer, wir seien verrückt, um 9.45 Uhr die erste Band spielen zu lassen“, verrät Birth, lacht und fügt an, dass das Vainstream aber, so wie es ist, eben ein Erfolgsrezept sei.

Ausgelassene Stimmung am Hawerkamp

Und tatsächlich, die Stimmung ist ausgelassen. Schon am frühen Nachmittag werden die Kassierer aus Wattenscheid bejubelt – auch wenn sich der eine oder andere internationale Künstler erneut wundern dürfte, was da gerade auf der Bühne passiert.

"Weekend Two"

Danach folgt auf den beiden nebeneinander liegenden Hauptbühnen Höhepunkt auf Höhepunkt. Ohne Pause, so war es stets beim Vain­stream. Enter Shikari, Sondaschule – mit Münster-Bezug –, Stick to Your Guns, Sum 41, Boysetsfire – und übrigens auch Toxpack auf der kleinen, dritten Festivalbühne in der Sputnikhalle – hinterlassen ausnahmslos glückliche Gesichter. Und dann kommt eben noch der umjubelte Auftritt von „The Offspring“, die sichtlich Spaß haben, nach einem heißen Tag auf ein Publikum zu treffen, das nicht müde, sondern im Rausch ist.

Deutschlandweite Debatte um Organisation von Festivals

Doch der musikalische ist nur ein Aspekt des Tages. Deutschlandweit wird gerade über Festivals und ihre Organisation diskutiert. Warum das so ist – Birth bringt es auf den Punkt: „Es fehlt an allen Ecken und Enden. Vom Nightliner für die Bands bis zum Kühlschrank. Es war ein ganz schönes Stück Extraarbeit in diesem Jahr“, gesteht Birth. Zu sagen, diese Arbeit hätte sich gelohnt, wäre untertrieben. Der Tag am Hawerkamp läuft dermaßen perfekt, dass er ein Fingerzeig für die gesamte Branche ist. Die neu geregelte Einlasssituation über einen Teil der Halle Münsterland funktioniert, wie es besser kaum sein kann.

An den Getränke- und Essensständen, auffällig zahlreich auf dem Gelände, bilden sich keine Schlangen. In diesen Tagen alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Nur für die Wertmarken müssen die Musikfans anstehen.

Zufriedener Festivaldirektor

Das ruft Festivaldirektor Tom Naber schon am Mittag auf den Plan. Er hört sich unter den Besuchern um, wie lange gewartet werden muss. Die Rückmeldungen: Wenige Minuten, alles sei gut, hätten ihm die Fans entgegnet.

Naber ist beruhigt. Und das ist gut so, denn er hat später noch etwas vor: „Ich freue mich richtig auf The Offspring, die ich schon als kleiner Skater gehört habe“, sagt Naber. Ob er sich die direkt von der Bühne anhört? „Am liebsten stehe ich in der Menge.“

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