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Teddybär-Krankenhaus

Verbände und Spritzen für das Lieblingskuscheltier

Münster

Auch Plüschtiere hatten es in der Corona-Zeit nicht leicht. Das Teddybär-Krankenhaus vor dem Schloss konnte seine Zelte nicht aufschlagen. Aber jetzt gibt es Hilfe für alle flauschigen Gefährten.

Von Karin Völker

im Zelt der Zahnmediziner zeigt die Studentin Charlotte Mundorf Kindern der Kita Maulwürfe anhand Gebissmodellen, wie man richtig die Zähne putzt. Foto: Matthias Ahlke

Pinguini, drei Jahre alt, 34 Zentimeter groß, hat sich einen Flügel gebrochen. Sein Kuschelpartner Max (6) hat ihn am Mittwochmorgen mit seiner Kitagruppe ins Teddybär-Krankenhaus vor dem Schloss gebracht. Hier haben die Fachschaften Medizin, Zahnmedizin und Pharmazie, außerdem Studierende der Physiotherapeutenschule der Universitätsklinik in dieser Woche nach zwei Jahren Corona-Zwangspause wieder das Teddybär-Krankenhaus aufgeschlagen.

1500 bis 2000 Kinder werden bis Freitagmittag hier mit ihren flauschigen Lieblingen in Behandlung gewesen sein., schätzen Carolin Gawin und Caren Schmidt aus der Fachschaft Medizin, die das Teddybär-Krankenhaus federführend organisiert haben. Rund 300 Studierende machen bei der Aktion mit, die sich an Kitas, aber auch an Familien mit Kindern richtet.

Vorbereitung hat Monate gedauert

Carolin Gawin, die mit dem Berufsziel Kinderärztin liebäugelt, hat die Aktion schon 2019 kennengelernt. Für die Organisatorinnen war es so zum Glück kein kompletter Kaltstart. Trotzdem habe die Vorbereitung Monate gedauert. Die Zelte hat das DRK zur Verfügung gestellt, ebenso wie den Krankenwagen, den die Kleinen Besucher neugierig in Augenschein nehmen.

Spritzen und Verbände für die Kuscheltiere

Pinguini ist unterdessen noch bei der Patientenaufnahme bei „Dr. ted. Sara“, die alle Daten auf eine Karte einträgt. 300 Gramm bringt der rundliche Pinguin auf die Waage, „kein Wunder, der viele fette Fisch“, meint die Ärztin, und überweist Pinguin und seinen menschliche Begleiter weiter ins Krankenhaus-Zelt nebenan.

Da werden Röntgenaufnahmen gemacht, Verbände angelegt, auch Spritzen gesetzt – letzteres unter den teilnahmsvollen Blicken ihrer jungen Besitzer.

Nach erfolgreicher Behandlung geht es noch in die Apotheke, wo Pharmaziestudierende „Medikamente“ verabreichen, eine Birne für ein schwarzes Plüschpferdchen. „Es hat einen Legostein verschluckt“, erklärt seine Besitzerin mit großem Ernst.

Ängste vor Arztbesuchen sollen abgebaut werden

Sinn der Aktion: „Wir wollen den Kindern Ängste vor Arztbesuchen und medizinischen Behandlungen nehmen“, erklärt Carolin Gawin. Nebenbei vermitteln die Studierenden den Kindern auch Wissen über Gesundheit und Körper.

Gerade nehmen die Kinder der Kita Lichtblick auf den Bänkchen im Anatomie-Zelt Platz. Dort gilt es die ebenfalls plüschigen Organe im Bauch großer Teddys zu identifizieren und zu untersuchen. Und nebenan im Zelt der Zahnmediziner zeigt die Studentin Charlotte Mundorf Kindern der Kita Maulwürfe anhand Gebissmodellen, wie man richtig die Zähne putzt. Löcher gibts in Modellzähen auch. Sie lassen sich mit Knete stopfen.

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