1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Muenster
  6. >
  7. Verdächtig bedächtig beginnt die Welt zu kippen

  8. >

Projekt „UPSIDE DOWN“ der „Titanick“-Kompanie

Verdächtig bedächtig beginnt die Welt zu kippen

Münster

Man wanderte durch Niemandsland: Die ausgemusterte York-Kaserne war Schauplatz des „interdisziplinären Physical Theatre Projekt UPSIDE DOWN“ der „Titanick“-Kompanie. Bunt nummerierte Kreise auf einem verwitterten Parkplatz kennzeichneten die Zuschauer-Zonen, von irgendwo her röchelte eine metallische Sinuskurve.

Von Günter Moseler

Das Stück „UPSIDE DOWN“ vom Theater Titanick feierte am Freitagabend Premiere in Münster. Foto: Theater Titanick/metaorange

Im Inszenierungstext war von einer außer sich geratenen Welt die Rede, von Populismus, Egoismus und Intoleranz. Unübersehbar die Schatten der Corona-Krise, wie sie die Katastrophenmobilität der Menschheit in helles Licht rückte. In der Mitte des Platzes eine offene, meterhohe, rostige Metallkugel, von Speichenrädern wie von Satellitenbahnen eingefasst, eine Terrassenplattform zerschneidet das Weltsymbol, durch bewegliche Wände in allen Himmelsrichtungen ähnelt die Installation einem gevierteilten Apfel. Eine diffuse Musik beginnt zu rauschen, ein wässriges Lila mäandert im unteren Stockwerk. Dem immer etwas verrätselten „Titanick“-Theater ist der Untergang obligat, hier aber wird die Welt vorab schon ihrer Baufälligkeit geständig. Ihr fehlen Schutzhülle und sichere Orte, auch gegen den Absturz in nahende Vergänglichkeit.

Jetzt Angebot wählen und direkt weiterlesen!