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Urteil im Prozess am Landgericht

Vergewaltiger muss für neuneinhalb Jahre hinter Gitter

Münster

Gegen den Angeklagten im Vergewaltigungsprozess hat das Landgericht eine Haftstraße von neuneinhalb Jahren verhängt. Der Mann hatte zugegeben, für die brutale Vergewaltigung einer 41-Jährigen verantwortlich zu sein.

Klaus Möllers

  Foto: dpa

„Sprachlos“ seien die Richter und Schöffen zeitweilig gewesen – angesichts der Brutalität des Angeklagten gegenüber seinem Opfer. „Das fasst auch uns an“, sagte der Vorsitzende Richter während der Urteilsverkündung. Im Prozess um die Vergewaltigung einer 41 Jahre alten Münsteranerin (wir berichteten) hat das Landgericht den Angeklagten am Montag zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt. Während dieser Zeit muss er auch eine Drogen- und Alkohol-Entzugs-Therapie absolvieren.

Die Frau habe „ein Martyrium aufeinanderfolgender Gewalttaten durchlitten“. Sie sei einer „konkreten Todesgefahr“ ausgesetzt gewesen, so der Richter. Die Kammer verurteilte den 36 Jahre alten Polen, der erst seit wenigen Wochen in Münster lebte, wegen besonders schwerer Vergewaltigung und vorsätzlicher Körperverletzung.

Verzicht auf Details

Der Angeklagte lauerte im vergangenen Juli nach einem Disko-Besuch der Frau früh morgens an der Straße Grafschaft auf und zog sie mit Gewalt in einen Graben. Das Opfer wurde mit Fäusten geschlagen, gewürgt, getreten und im Wald jenseits der Straße mehrfach vergewaltigt.

Die Plädoyers im Verfahren waren wegen persönlicher Angaben und Details des Opfers unter Ausschluss der Öffentlichkeit gehalten worden. Auch bei der Urteilsverkündung betonte das Gericht, dass „aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes davon abgesehen wird, Details zu schildern“.

Erheblich vorbestraft

Für den mutmaßlichen Täter spreche „wenig bis nichts“ zu seinen Gunsten, erklärte der Richter zu den Gründen für die Strafhöhe. Der Strafrahmen für das Urteil lag zwischen fünf und zehn Jahren. Zwar habe der 36-Jährige zugegeben, dass er der Täter sei, er habe darüber hinaus aber nichts sagen „können oder wollen“.

Damit habe er der Frau eine Aussage bei Gericht nicht erspart. Gegen ihn spreche unter anderem, dass er in Polen bereits wegen „erheblicher Gewalttaten“ Haftstrafen verbüßt habe. Unter anderem hatte er seine Patentante vergewaltigt und bei einem Raub jemandem zwei Bierflaschen auf dem Kopf zerschlagen.

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