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Wohnungsmarkt Münster

„Vermieter reizen Schmerzgrenze aus“

Münster

Das Ergebnis einer neuen Studie überrascht keineswegs: Selbst der günstigste Wohnraum ist in Münster knapp und teuer. Auch normale kleine Wohnungen, wie sie etwa Arbeitslose beziehen müssen und die vom Jobcenter übernommen werden, sind teurer geworden. Allerdings weniger stark als im Bundesdurchschnitt.

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Gerade einfacher Wohnraum ist in Münster in den vergangenen Jahren teurer geworden. Foto: Meinfairmieter

Bei Menschen ohne Arbeit oder mit niedrigem Einkommen übernimmt das Jobcenter in der Regel die Mietzahlung, vorausgesetzt, die Mieter wohnen in einer verhältnismäßig passenden Wohnung.

Anstieg um 17 Prozent in münster

Laut einer Studie des Pestel-Instituts sind die Mieten für Single-Wohnungen, die das Jobcenter übernommen hat, in den vergangenen sechs Jahren in Münster um 17,1 Prozent angezogen, die Verbraucherpreise im Vergleich dazu jedoch nur um 6,5 Prozent (März 2014 bis August 2020). Deutschlandweit sind die übernommenen Mieten in einem ähnlichen Zeitraum um über 28 Prozent gestiegen.

„Bei den Mieten wird oft rausgeholt, was rauszuholen ist. Dabei bauen Vermieter auf die Jobcenter als zuverlässige Zahlstelle“, sagt der Leiter des Pestel-Instituts, Matthias Günther. Problematisch sei, dass auch andere Mieter auf solchen Wohnraum mit „einfachen Standards“ angewiesen sind, deren Miete nicht vom Jobcenter übernommen wird. Allgemein fehlen laut der Studie in Münster gut 2400 Wohnungen beziehungsweise 1,5 Prozent des Wohnungsbestands.

„Staat agiert als Mietentreiber“

Die Studie des Pestel-Instituts wurde vom Verein „Meinfairmieter“ in Auftrag gegeben. Der Verein wurde von Matthias Günther mit initiiert und vergibt Gütesiegel an sozial verantwortliche Mieter.

„Der Staat agiert inzwischen mangels eigener Wohnungen als Mietentreiber, weil er Mieten akzeptieren muss, bei denen viele Vermieter offensichtlich die Schmerzgrenze ausreizen“, sagt Matthias Günther. Zudem nimmt er besonders die großen Wohnungsgesellschaften- und Genossenschaften in die Verantwortung.

„Wie alle anderen Unternehmen müssen auch Wohnungsunternehmen Gewinne erzielen, um langfristig bestehen zu können. Die Umsetzung jedes Mieterhöhungsspielraums ist dabei aber nicht nötig.“

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