Feier zum 125-jährigen Bestehen verschoben

Versicherer LVM steigert Einnahmen trotz Pandemie

Münster

Der Versicherer LVM schlägt sich trotz Corona-Pandemie gut. Die Einnahmen wachsen. Zuwächse werden in allen Sparten verbucht.

Jürgen Stilling

Die LVM-Zentrale prägt Münsters Skyline. Foto: Oliver Werner

Der münsterische Versicherer LVM steht robust da. Selbst die turbulenten Zeiten einer Corona-Pandemie nutzt das Traditionsunternehmen, das in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen feiert, um zu wachsen – auch wenn der Gewinn 2020 schrumpfte. Und für 2021 erwartet LVM weiter steigende Beitragseinnahmen. Einen Anstieg um 3,2 Prozent hätten die Berechnungen für das laufenden Jahr ergeben, berichtete der Vorstandsvorsitzende Dr. Mathias Kleuker am Dienstag bei der digitalen Vorstellung der Jahresbilanz.

Gibt es Gründe, dass die LVM-Gruppe erfolgreicher ist als mancher Konkurrent? Kleuker verweist auf „das Gesamtangebot“. „Unsere Produkte, unser gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und unser enger persönlicher Kontakt über die Agenturen zu den Kunden sind der Kern des Erfolgs“, glaubt der LVM-Chef.

Für 2020 bestätigte Kleuker schon im Februar veröffentlichte vorläufige Zahlen: Das Beitragsplus lag bei 3,9 Prozent auf 3,92 Milliarden €. Alle Sparte verbuchten Wachstum und lagen über den Werten des gesamten deutschen Versicherungsmarktes. Auch dort, wo der Markt quasi stagnierte, legten die Münsteraner zu: zum Beispiel um 2,5 Prozent in der Kraftfahrtversicherung und um 4 Prozent in der Unfallsparte.

Vorstandsvorsitzender ist zufrieden

Die Corona-Pandemie hatte für die LVM-Gruppe viele belastende, aber auch einige positive Folgen. So sanken etwa die Schadensmeldungen in der Kfz-Versicherung um zehn Prozent. Der Grund: In der Pandemie wurde weniger Auto gefahren – damit gab es auch weniger Unfälle.

Negativ wirkte sich auf die Bilanz des Versicherers aus, dass Kapitalanlagen in Immobilien infolge der Pandemie Wertverluste erlitten. Belastet wurde das LVM-Ergebnis auch durch Schadensfälle in der Betriebsausfallversicherung. Hier entstanden Kosten von rund 20 Millionen €. „Und das bei nur 1750 Verträgen in dieser Sparte“, so Kleuker. Dennoch zeigte sich der Vorstandsvorsitzende mit dem Konzernergebnis nach Steuern von insgesamt 140 Millionen € (Vorjahr: 209 Mio. €) zufrieden.

Großteil der Beschäftigten im Homeoffice

Enorme Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auch auf die Betriebsabläufe bei der LVM-Versicherung. 80 Prozent der Beschäftigten arbeiten laut Kleuker im Homeoffice. Eigentlich sind knapp 4000 Mitarbeiter in den Bürotürmen in Münster aktiv. 11.200 Beschäftigte hat der Konzern insgesamt. „Nur 37 Corona-Fälle sind bisher bei uns registriert worden“, berichtete Kleuker. Es habe jedoch keine Ansteckung innerhalb des Unternehmens gegeben.

Die LVM-Versicherung blickt auf eine lange Geschichte zurück: Gegründet wurde der das Unternehmen am 6. Oktober 1896. Ein für den Herbst geplantes Fest für alle Mitarbeiter zum 125-jährigen Jubiläum wurde allerdings wegen der Pandemie auf das kommende Jahr verschoben.

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