Improvisationskonzerte von Christof Schläger am Hawerkamp

Vertraute Musikmaschinen

Münster

Schwirren, Brausen, Knacken: So muss man sich wohl unwillkürlich einen Klangparcours vorstellen. Doch Christof Schläger hat im Rahmen des Klangkunstfestivals „Soundseeing“ am Hawerkamp nicht etwa eine ungeordnete Geräuschkulisse aufgebaut – im Gegenteil: An den beiden kommenden Sonntagen konzertiert er die Heulschläuche und Knackfrösche auch.

Eine Welt aus faszinierenden Klängen ist seit dem 30. Mai in der Ausstellungshalle am Hawerkamp Münster zu erleben. Der Klangkünstler Christof Schläger hat für seine Geräuschgestalten eigens auf den Raum zugeschnittene Kompositionen erschaffen. Foto: Andreas Lechtape

Eine Welt aus faszinierenden Klängen ist seit dem 30. Mai in der Ausstellungshalle am Hawerkamp zu erleben. Der Klangkünstler Christof Schläger hat für seine Geräuschgestalten eigens auf den Raum zugeschnittene Kompositionen erschaffen. An den beiden kommenden Sonntagen (13. und 20. Juni) um 16 Uhr lädt er während der Öffnungszeiten zu Improvisationskonzerten von 30 Minuten in die Ausstellungshalle ein. Der Eintritt ist frei.

Ein Klangparcours aus Knackdosen, Schwirrern, Brausern, Klöppern, Whupis, Typedrums und weiteren ungewöhnlichen Klangobjekten durchzieht seit einigen Tagen die Ausstellungshalle am Hawerkamp. Sie sirren, trommeln, rauschen, knacken und tönen und sind auch optisch eine absolute Faszination.

Klänge aus der Kindheit

Heulschläuche und Knackfrösche erinnern an Klänge aus der Kindheit, in Christof Schlägers Geräuschgestalten erfahren sie eine klangliche Wandlung. Der Besucher ahnt in Schlägers Musikmaschinen das Vertraute und sucht danach.

Schläger findet die Inspiration für seine Musikmaschinen in Klängen und Geräuschen der Alltagswelt, heißt es in einer Pressemitteilung. „Um mein Auto zu reinigen, hatte ich den Staubsauger-Schlauch mit einem Kabelleerrohr verlängert. Ein unglaublich durchdringender Ton entstand“ – so beschreibt er die Idee zu seiner Arbeit „Schwirrer“. Aber auch Plastikfolie, die sich in einer Bohrmaschine verheddert und ein ausgebauter Kühlergrill sind in anderem Gewand akustisch zu erleben.

Vom Laptop aus dirigiert

Seine Improvisationskonzerte steuert Schläger vom Laptop aus. Die ungewöhnlichen akustischen Klangobjekte verändern den Raum, die Ausstellungshalle am Hawerkamp wird zu einem Erlebnis. Das Konzert am 20. Juni ist zugleich der Tag der Finissage. Dort wird der druckfrische Ausstellungskatalog mit Fotos und Hintergrundinformationen zu Schlägers Arbeiten präsentiert.

Das münsterlandweite Klangkunstfestival „Soundseeing“, zu dem die Installationen am Hawerkamp gehören, lädt noch bis Ende September Klangbegeisterte zu Konzerten, Workshops und Ausstellungen ein. Kurator ist Prof. Stephan Fro­leyks von der Musikhochschule Münster, Trägerin die Landesmusikakademie NRW.

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