Hersteller schweigt zu den Beschwerden

Vollbremsung beim Windrad Loevelingloh

Münster

Die Diskussion über das umstrittene Windrad in Loevelingloh geht weiter. Anwohner haben jetzt zwei „Vollbremsungen“ miterlebt. Sie befürchten, dass das zwischenzeitlich stillgelegte Windrad technisch nicht okay ist. Der Hersteller General Electric schweigt derweil.

Klaus Baumeister

Das Windrad Loevelingloh rückt sehr nach an die Bebauung im Bereich Grafschaft heran. Foto: Oliver Werner

Die Situation rund um das umstrittene Windrad Loevelingloh nahe des Kappenberger Damms wird immer skurriler. Nach Auskunft des Anliegers Thorsten Schaefer kam es jüngst in kurzen Abständen zu zwei „Notabschaltungen“, wie er es nennt.

Das sich schnell drehende Windrad sei innerhalb weniger Sekunden bis zum „Trudellauf“ abgebremst werden. Dabei sei ein Geräusch wie bei einem „bremsenden Güterzug“ entstanden. Danach habe die Anlage stundenlang still gestanden, Techniker hätten sie inspiziert. Auch die Anwohnerin Anja Hollenhorst berichtet davon, dass die Anlage „abwechselnd ausgestellt und wieder in Betrieb genommen“ werde.

Weitere Messungen angemahnt

Möglicherweise finden aktuell die noch ausstehenden Prüfungen statt. Die Bezirksregierung Münster hatte nach einem Jahr Zwangspause Anfang Oktober die erneute Inbetriebnahme des Windrades genehmigt, zugleich aber weitere Messungen angemahnt.

Zu den aktuellen Vorgängen möchte die Bezirksregierung keine Auskunft geben. Sie verweist auf den zuständigen Hersteller der Anlage, den Konzern General Electric (GE). Der in Mannheim tätige GE-Pressesprecher Dominik Beyer mauert. Er erklärte auf Anfrage, „dass wir uns zu operativen Maßnahmen im routinemäßigen Betriebsablauf unseres Servicegeschäfts nicht detailliert äußern“.

Neue Programmierung überzeugt nicht

Hollenhorst fragt derweil, wie die Bezirksregierung den Betrieb des Windrades als „genehmigungskonform“ bezeichnen könne, „während sich zum vierten Mal binnen einer Woche Fachleute und Prüfingenieure vor Ort aufhalten“.

Die Diskussion über das Windrad hält jetzt bereits seit über einem Jahr an. Einige Monate nach dem Start wurde im Frühjahr 2018 der Nachtbetrieb wegen Überschreitung der Lärmschutzgrenzwerte untersagt, zum 1. Oktober 2018 dann auch der Tagbetrieb.

Die vom Hersteller vorgenommene neue Programmierung konnte die Anwohner bislang aber nicht überzeugen.

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