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Internationales Sängerfestival des Marine-Shanty-Chores

„Vom Aaseestrand zur Waterkant“

Münster

300 Sänger aus sechs Chören standen am Sonntag im Mühlenhof auf den Bühnen: Dort fand nach der Corona-Zwangspause das internationale Sängerfestival des Marine-Shanty-Chores Münster statt. Bei bekannten Melodien fingen die Zuschauer schon am Morgen an zu schunkeln.

Von Helmut P. Etzkorn

Schunkeln am frühen Morgen: Das Shantyfestival mit „Friesischem Frühschoppen“ am Sonntag auf dem Areal des Mühlenhof-Freilichtmuseums begeisterte die vielen Besucher. Insgesamt 300 Sänger traten im knapp siebenstündigen Programm auf und servierten bekannte Lieder zum Mitsingen. Foto: hpe

Es ist nach der Corona-Zwangspause das deutschlandweit erste Festival der Marinesänger: Unter dem Motto „Vom Aasee­strand zur Waterkant“ veranstaltet der Marine-Shanty-Chor Münster am Sonntag bei herrlichem Spätsommerwetter im Mühlenhof sein großes Open-Air-Festival. 300 Sänger aus sechs Chören begeistern.

Und die früheren Arbeitslieder der Matrosen haben sich längst gewandelt in gängige Songs. Egal ob die „Reeperbahn nachts um halb Eins“, die „Buddel mit Rum“ oder die „Laterne vor dem großen Tor der Kaserne“ frei nach Lilli Marleen. Jeder kann mitsingen, und schon um 10.30 Uhr schunkelt das Publikum auf den Holzbänken vor den Bühnen.

Generalprobe für das Jubiläumsfestival

„Wir haben uns lange auf diesen Tag vorbereitet und immer gehofft, dieses Großereignis trotz Pandemie auch wirklich mit Publikum durchführen zu dürfen“, sagt Eckhard Lechermann, Vorsitzender des nun 123 Jahre alten Shanty-Chores aus Münster. Denn das Sängertreffen soll quasi die Generalprobe für das Jubiläumsfestival in zwei Jahren sein.

Für Bürgermeisterin Angela Stähler hat der Chor „die Heimat im Herzen, um damit die ganze Welt zu umfassen“. Die Vielfalt der Chöre – von den „Blauen Jungs“ aus Wilhelmshaven über die Isselhorster „Luttermöven“ und die „Binnenschiffer“ aus Hiddenhausen bis zum „Shantykoor Wrakhout“ aus Enschede – sei schon beeindruckend, so die Bürgermeisterin.

Partnerschaft über Ländergrenzen hinweg

Lechermann will besonders den Shantychören aus Münsters Partnerstädten eine größere Präsenz in der Öffentlichkeit ermöglichen. Mit den Freunden aus Enschede soll es schon bald auch eine musikalische Partnerschaft über Ländergrenzen hinweg geben. „Unsere Lieder sind weltweit in den Häfen und auf Schiffen entstanden, darum präsentieren wir sie auch gemeinsam auf der Bühne“, so Lechermann.

Aktuell erobert das traditionsreiche Seemannslied „The Wellermann“ die Internet-Hitlisten und ist für die Sänger auch ein Indiz dafür, dass trotz der Nachwuchssorgen in den überalterten Chorgemeinschaften maritime Ohrwürmer aktuell ein Comeback erfahren. Auch, weil die einfach gestrickten Songs mit eingängigen Melodien, kurzen Versen und eindringlichem Refrain leicht (mit-) zu singen sind.

„Ehrenshantywoman“ ist nun Mühlenhof-Leiterin Anne Wieland, den Titel „Ehrenshantyman“ tragen jetzt Edmund Hille und Helmut Etzkorn.

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