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Jugendgruppe des Nabu gründet sich neu

Vom Schreibtisch in die Natur

Münster

Ihre Passion ist die heimische Natur – und doch können sie dort aktuell nicht gemeinsam hin. Vor wenigen Wochen hat sich die Jugendgruppe des Nabu neu gegründet. Statt im Wald oder auf Wiesen treffen sie sich aktuell an den heimischen Schreibtischen. Doch ihr Ziel verlieren sie auch dort nicht aus den Augen.

Joel Hunold

Mit den naturbegeisterten Jugendlichen kann sich das Leitungsteam der Naju, (v.l.) Tammo Thyselius, Friederike Westrich, Janna, Fabian Karnickel und Sophie Burgfeld, Foto: Oliver Werner

Tammo Thyselius und seine vier Mitstreiterinnen und Mitstreiter stehen vor einer schwierigen Aufgabe: Sie wollen Jugendliche für die heimische Natur begeistern, ohne aktuell einen Schritt mit ihnen in Wälder oder auf Wiesen setzen zu können.

Thyselius gehört dem Leitungsteam der Naturschutzjugend Münster (Naju) an, der Jugendorganisation des Naturschutzbundes (Nabu). Vor etwa einem Jahr hat sich die Jugendgruppe des Ortsverbands Münster aufgelöst, Thyselius und vier weitere junge Erwachsene haben sie vor Kurzem wiedergegründet – mitten in der Pandemie.

„Unser erstes Treffen war für Anfang November geplant – das ist direkt ins Wasser gefallen“, erzählt er. Aufgeben wollten die Fünf nicht, daher organisieren sie nun alle zwei Wochen ein Treffen über Zoom. „Wir sprechen über diverse Themen“, sagt Thyselius und erläutert, oft gebe es zunächst Impulsvorträge zu Themen wie heimischen Vogelarten oder dem eigenen Plastikverbrauch, danach stünden Aufgaben oder Ratespiele für die zwölf- bis 16-jährigen Jugendlichen an.

Aufgaben führen Jugendliche raus in die Natur

„Wir haben Spaß daran, etwas mit Kindern und Jugendlichen zu machen und probieren das mit dem Aspekt der Natur zu verbinden“, sagt er. Meistens versuche das Team dabei einen Bezug zu aktuellen Themen herzustellen. „Passend zur Karnevalssaison haben wir über verrückte Tiere gesprochen, die gefährdet sind, wie den Oktopus.“

Die Aufgaben, die teils bis zum nächsten Online-Treffen erledigt werden sollen, führen die Jugendlichen alleine raus in die Natur. Anfang Januar galt es etwa, im Rahmen der Nabu-Aktion „Stunde der Wintervögel“ eine Stunde lang die Vögel vor dem heimischen Fenster zu protokollieren.

Tammo Thyselius

„Wir haben einen Tierspurenlehrgang mit den Jugendlichen gemacht“, berichtet Thyselius von einer anderen Gruppenstunde, in dessen Nachgang die Aufgabe darin bestand, Tierspuren zu fotografieren – unter anderem wurden Hirsch- und Rehspuren gefunden. „Wir wollen, dass die Jugendlichen die Faszination für die Natur wiederfinden“, so Thyselius.

Klima- und Umweltschutz spiele dabei eine wichtige Rolle, sagt er. „Man macht ja nicht alles richtig. Aber wir wollen probieren, die Welt ein bisschen weniger zu schädigen, als man das sonst machen würde“. Etwa indem die Jugendlichen weggeworfene Zigaretten mit weißer Kreide umkreisen, um sie sichtbarer zu machen.

Tanno Thyselius: „Wir wollen auf andere einwirken, ohne den Finger zu erheben“.

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