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Bündnisse im Überblick

Die kleinen und großen Geschwister der G7

Münster

Vor dem Außenministertreffen in Münster dreht sich alles um G7. Doch neben der G7 gibt und gab es immer wieder neue Zusammenschlüsse von Staaten – von G20 bis G 77. Was steckt hinter den vielen Bündnissen?

Im Zeichen von G7: Bundesaußenministerin Annalena Baerbock im Mai 2022 beim G7-Außenministertreffen in Weißenhaus – hier mit dem damaligen französischen Außenminister Jean-Yves Le Drian Foto: IMAGO/Janine Schmitz/photothek.de

Die G7 ist ein wichtiges informelles Bündnis hoch entwickelter Industriestaaten – doch seit ihrer Gründung 1975 (damals als G6 ohne Kanada) ist sie umstritten und Adressat teils heftiger globalisierungskritischer Proteste. Hauptvorwurf: Sie repräsentiert nicht die Zusammensetzung der Weltbevölkerung. Dazu kommt der Einwand, ihre Entscheidungsfindung sei undemokratisch und nicht genügend legitimiert. Neben der G7 gibt und gab es deshalb immer wieder neue Zusammenschlüsse. Ein Überblick.

Die G7

Die G7 (von 1998 bis 2014 G8, bevor Russland nach der Annexion der Krim wieder ausgeschlossen wurde) umfasste ursprünglich die wirtschaftsstärksten Indus­trienationen. „Heute spricht man auch von den demokratischen Industriestaaten“, erläutert Expertin Antje Vetterlein, Professorin für Global Governance aus Münster. Die G7 gibt den Rahmen für die Lösung großer globaler Entwicklungen vor.

Die G8+5

Kurzzeitig gab es im Rahmen des G7-Prozesses auch die sogenannte „Outreach“-Gruppe. Ziel: Schwellenländer sollten besser repräsentiert werden. 2005 auf Initiative von Tony Blair gegründet, gehörten neben Russland Brasilien, Indien, China und Südafrika dazu. Diese fünf Länder bilden wiederum seit 2001 die „Brics“-Staaten, eine Vereinigung aufstrebender Volkswirtschaften. Südafrika ist inzwischen von den UN und der EU als Industrieland eingestuft worden. Die Brics-Staaten versuchen sich inzwischen als Alternative zur G7 zu positionieren und streben nach mehr geo­strategischem Gewicht – ein Gegenspieler der G7.

Die G20

Nach der Finanzkrise 2007/8 wurde die bereits 1999 in Berlin gegründete G20 wichtiger, die aus 19 der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer besteht – sowie der EU. „Ziel der Gruppe sind die Koordination von Wirtschaftspolitik und Finanzmarktstabilität sowie die Modernisierung der internationalen Finanzarchitektur“, so Antje Vetterlein. Ihr Urteil: „Gerade in Wirtschafts- und Finanzfragen ist eine Ko­ordination in dieser Gruppe, die 90 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts, 80 Prozent des Welthandels und rund zwei Drittel der Weltbevölkerung repräsentiert, effektiver als die G7.“

Weitere Informationen rund um das politische Großereignis finden Sie außerdem auf unserer Special-Seite zum Treffen der G7-Außenminister in Münster 2022.

Die G77

Schon seit 1964 gibt es die G77. Laut Expertin Antje Vetterlein „ein loser Zusammenschluss von Ländern des globalen Südens mit dem Ziel, die Süd-Süd-Kooperation zu stärken und die Position dieser Länder vis-a-vis den Industrienationen auf dem Weltmarkt zu verbessern“. Die G77 hat sich inzwischen auf 134 Mitgliedsländer ausgeweitet.

Die G15

Die G15 ist ebenfalls ein Zusammenschluss von sich entwickelnden Ländern (seit 2011 sind es 17 Länder); Sie wurden 1989 gegründet, um den beteiligten Ländern eine gemeinsame Stimme insbesondere bei den WTO-Verhandlungen zu geben.

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