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Stadt plant ein „Gesamtkonzept Schulabsentismus“

Was tun bei Schulverweigerung?

Münster

Auch in Münster bleiben Schülerinnen und Schüler ihrer Schule immer wieder unentschuldigt fern. Dem Problem will die Stadt nun mit einem „Gesamtkonzept Schulabsentismus” begegnen. Die politische Beratung darüber startet am Montag (17. Januar).

Schülerinnen und Schüler, die unentschuldigt der Schule fern bleiben, gibt es auch in Münster. Dem Problem will die Stadt nun mit einem „Gesamtkonzept Schulabsentismus” begegnen. Foto: pep

Manche fehlen nur ein paar Tage, andere Monate: Trotz der allgemeinen Schulpflicht bleiben Kinder und Jugendliche dem Schulunterricht immer wieder unentschuldigt fern. Um mögliche Schulverweigerer besser unterstützen und zurück in den Schulalltag integrieren zu können, plant die Stadt Münster mit einem „Gesamtkonzept Schulabsentismus” eine Ausweitung ihrer bisherigen Maßnahmen.

„Schulabsentismus ist auch in Münster ein Problem, das sich in allen Schulformen zeigt. Wir möchten in einem engen Schulterschluss mit der Schulaufsicht Schulabsentismus daher so früh wie möglich vorbeugen und noch stärker aktiv entgegenwirken“, sagt Katja Meyer-Holsiepe vom Amt für Schule und Weiterbildung.

Die Stadt will laut eigener Mitteilung die bestehenden Beratungsangebote noch besser in den Schulen verankern. Zusätzlich strebe sie eine Ausweitung der präventiven und unterstützenden Angebotsstruktur ebenso an wie eine Öffnung und konzeptionelle Erweiterung bestehender Angebote. So soll unter anderem die Zielgruppe des schulischen Lernorts „Villa Interim“ auf Kinder und Jugendliche mit Schulabsentismus der Jahrgangsstufen fünf bis acht ausgeweitet werden. Zusätzlich soll hier ein digitaler Lernort für Schüler der Klassen fünf bis zehn, die nicht am Präsenzangebot teilnehmen können, angedockt werden.

Gründung einer „Werkstattschule“

Das neue Intensivangebot soll sich laut städtischer Pressemitteilung an Schüler richten, die im Regelschulsystem keinen Anschluss finden, nicht mehr nur an vom Schulausschluss bedrohte oder schwer psychisch beeinträchtigte Schüler. Das bisherige Angebot der Stadtteilwerkstatt Nord läuft dagegen zum Ende des Schuljahres 2022/23 aus. Als Nachfolge plant die Verwaltung die Gründung einer „Werkstattschule“ für Jugendliche der Jahrgangsstufen neun und zehn, die nicht mehr ausreichend vom System Schule erreicht werden. Durch den Besuch der Werkstattschule wird die Schulpflicht in der Sekundarstufe I erfüllt. Ziel ist ein Abschluss oder die Rückführung in die Stammschule.

Für die Angebote soll zudem eine Fallclearingstelle Schulabsentismus eingerichtet werden, die sowohl den Zugang steuert als berät.

Die politische Beratungsfolge über das neue Konzept beginnt am Montag (17. Januar) mit der Anhörung der Bezirksvertretung Münster-Nord. Der Rat entscheidet am 15. Februar.

„Schulabsentismus ist komplexes Phänomen“

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