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Entscheidung des Senders

WDR-Neubau am Servatiiplatz geplatzt

Münster

Der WDR wird nicht in einen Neubau am Servatiiplatz ziehen. Diese Entscheidung teilte der Sender am Freitag mit. Die Stadt reagierte mit Enttäuschung.

Von Martin Kalitschke

Wird vorerst nicht bebaut: der Servatiiplatz. Foto: Matthias Ahlke

Jetzt ist es amtlich: Der WDR wird nicht an den Servatiiplatz ziehen. Am Freitag teilte der Sender mit, dass er sich aus den gemeinsamen Planungen mit der Stadt Münster für einen mehr als 30 Millionen Euro teuren Neubau zurückziehen wird. Stattdessen will er an seinem Standort an der Mondstraße einen Neubau errichten.

Die Stadt reagierte auf die Entscheidung verschnupft. Sie bedaure es, dass sich der Sender „nach der langen Planungsphase und allen bereits getroffenen Vorbereitungen für eine zügige Projektumsetzung“ aus den Planungen zurückgezogen habe, heißt es in einer Stellungnahme.

Erste Gespräche vor fünf Jahren

Erste Gespräche zwischen Stadt und WDR hatte es 2017 gegeben, 2020 fasste die Politik einen Grundsatzbeschluss. Stadt, WDR und Wirtschaftsförderung sollten das Gebäude „in enger Kooperation“ planen, der WDR – neben weiteren Nutzern wie der VHS – als Ankermieter einziehen. Noch im gleichen Jahr folgte ein Architektenwettbewerb.

Kommentar: Herber Rückschlag

„Dieser innerstädtische Studiostandort wäre aus Sicht der Stadtverwaltung eine nachhaltige Lösung gewesen und hätte sowohl für den WDR als auch für die Stadt einen Gewinn dargestellt“, so Oberbürgermeister Markus Lewe am Freitag. Unabhängig davon solle die städtebauliche Aufwertung des Platzes weiterverfolgt werden. Wie zu hören ist, soll es bereits mehrere Interessenten für eine mögliche Bebauung geben.

„Risikoabwägung“ laut WDR „ungünstig“

Der WDR begründet seine Entscheidung damit, dass die „Risikoabwägung“ für das Projekt nun „ungünstiger“ ausgefallen sei als zu Beginn der Planungen vor fünf Jahren. Die Pandemie habe den Trend zu mobilem und dezentralem Arbeiten beschleunigt, die Anforderungen an Produktions- und Büroflächen hätten sich entsprechend verändert. Kurzum: Das geplante Gebäude war für den WDR zu groß geworden. Nun soll am Standort Mondstraße ein kleinerer Neubau entstehen, wie eine WDR-Sprecherin berichtet. Die Entwurfsplanungen sollen bis Ende 2023 vorliegen.

Sender bleibt nun in St. Mauritz

Eigentlich wollte der WDR das 13.000 Quadratmeter große Areal in St. Mauritz an die Stadt verkaufen, diese hatte vor, dort 130 Wohnungen – 40 Prozent öffentlich gefördert – zu bauen. Der WDR deutete am Freitag an, dass er künftig auf keinen Fall die gesamte Fläche an der Mondstraße benötigen werde.

2016 war ein anderes Neubauprojekt am Servatiiplatz geplatzt. Der Evangelische Kirchenkreis wollte dort das Paul-Gerhardt-Haus neu errichten – zog sich dann aber aus finanziellen Gründen zurück.

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