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Digitaler Alex-Talk

Wege aus der Sucht finden

Münster

Um Suchterkrankungen und die Auswirkungen nicht nur auf den Abhängigen, sondern auch Angehörige geht es im nächsten digitalen Alex-Talk am Dienstag. Der versierte Referent weiß aus der Praxis um den drohenden Teufelskreis.

Suchterkrankungen, ihre Auswirkungen auf Angehörige und mögliche Hilfen stehen im Mittelpunkt beim nächsten digitalen Alex-Talk am 22.Juni. Foto: Adobe Stock

Suchterkrankungen und ihre Auswirkungen stehen beim nächsten digitalen Alex-Talk am Dienstag (22. Juni) im Mittelpunkt.

Sie beginnen oft schleichend, doch die Auswirkungen strahlen in nahezu alle Lebensbereiche und belasten fast immer die gesamte Familie: „Suchterkrankungen sind so viel mehr als die bloße Abhängigkeit vom Konsum bestimmter Suchtmittel und entwickeln eine Eigendynamik, die schon nach kurzer Zeit die Betroffenen und ihre Angehörigen in einen fatalen Teufelskreis hineinzieht“, beschreibt Dr. Matthias Schubring. Als Leiter der St. Antonius Suchtklinik in Hörstel hat er schon viele suchterkrankte Patienten und ihre Familien begleitet und weiß, wie komplex der Weg zurück in ein suchtfreies Leben ist.

„Deine Sucht macht uns alle krank…“

Unter dem Titel „Deine Sucht macht uns alle krank…“ wird der Alexianer-Experte beim kommenden digitalen Alex-Talk am Dienstag (22. Juni) um 18 Uhr in der „Waschküche“ Suchterkrankungen und deren Auswirkungen auf Angehörige sowie mögliche Hilfen in den Blick nehmen. „Im Gespräch mit WN-Moderator Stefan Werding möchten wir Betroffenen wie auch Angehörigen die Möglichkeit zum Austausch zu persönlichen Fragen anbieten“, unterstreicht Schubring das offene Angebot zum direkten Dialog, bei dem die Fragenden anonym bleiben sollen.

Dr. Matthias Schubring, Leiter der St. Antonius Suchtklinik in Hörstel, ist Referent beim Alex-Talk am 22.Juni. Foto: Erik Hinz

Neben Drogen-, Medikamenten-, Spiel- oder anderen Suchterkrankungen fokussiert sich der Experte und Leiter des Medizinischen Versorgungszentrums in Rheine vor allem auch auf die Alkoholsucht: „Mit etwa 1,6 Millionen alkoholabhängigen Menschen in Deutschland nimmt diese Suchtform einen großen Stellenwert ein und hat in der vergangenen Corona-Zeit noch mal einen Schub bekommen“.

Im Sog der Probleme

Aus falscher Annahme, helfen zu können, gerieten die Partner und nahe Beteiligte von Suchterkrankten fast immer mit in den Sog der Probleme und würden nicht selten am Ende selbst psychisch krank: „Aufgrund der Mehrdimensionalität einer Suchterkrankung ist die mentale Herausforderung für Unterstützende sehr schwerwiegend“, skizziert der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und ergänzt: „Hilfeangebote können ungewollt dazu führen, dass die Sucht aufrechterhalten wird. Angehörige geraten dann in eine sogenannte Co-Abhängigkeit“. Stark belastend sei die Situation besonders für die Kinder von Suchterkrankten.

Wer mehr zum Thema erfahren möchte oder persönliche Fragen hat, ist zum moderierten Live-Vortrag am Dienstag um 18 Uhr eingeladen. Der Vortrag ist kostenlos, Anmeldungen sind nicht erforderlich. Zugangsdaten und die Möglichkeit für eigene Fragen finden Interessierte ab circa 17.45 Uhr im Internet.

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