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Gottesdienste im Evangelischen Kirchenkreis

Weihnachten fiel nicht aus –es fiel nur anders aus

Münster

Bereits Mitte Dezember hat die Evangelische Kirche ihre für Weihnachten geplanten Präsenzgottesdienste abgesagt. Nun blickt die Kirche zurück auf viele digitale Formate und ein Weihnachten, das anders war als sonst.

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Gottesdienste fanden an den Weihnachtstagen nicht in den evangelischen Kirchen statt – dafür besuchten aber viele Gläubige, wie hier in der Apostelkirche, die Krippen. Foto: Matthias Ahlke

Trotz des Verzichts auf Präsenzgottesdienste in der evangelischen Kirche sorgten die 24 Gemeinden des Evangelischen Kirchenkreises Münster mit viel Kreativität und Einfallsreichtum dafür, dass niemand auf Weihnachtspredigt, Krippenspiel und festliche Kirchenmusik verzichten musste, wie es in einer Mitteilung heißt. „Weihnachten fällt nicht aus. Weihnachten fällt nur anders aus in diesem Jahr“, betonte Superintendent Holger Erdmann in seiner Begrüßung zur digitalen Weihnachtsbotschaft, die der Kirchenkreis nach der Absage der Gottesdienste auf dem Schlossplatz kurzfristig produziert hatte.

„Es wird nicht immer dunkel sein“, dieses Motto entfaltete der Superintendent unter Bezug auf Hoffnungsworte von kommendem Licht in der Dunkelheit aus dem Buch des Propheten Jesaja. Bis heute schenke die Feier der Geburt Jesu den Raum dafür, nach dem Licht Gottes im Dunkel des eigenen Lebens zu suchen.

In die Epiphaniaskirche luden Pfarrer Frank Winkelmeyer und Pfarrerin Barbara Wewel die weihnachtliche Gemeinde digital ein und führten durch einen abwechslungsreich gestalteten Weihnachtsgottesdienst, in dessen Zentrum ein im Freien aufgezeichnetes Krippenspiel der Konfirmanden stand.

In der Lukas-Kirchengemeinde hatten 80 Kinder mit ihren Eltern von zu Hause aus per Video ein Krippenspiel für Familien zusammengestellt. Pfarrer Kolja Koeniger stellte in seiner Online-Predigt das Gefühl in den Mittelpunkt, in diesem Jahr Weihnachten retten zu müssen, und betonte: „Weihnachten braucht keinen Retter, sondern feiert den Retter.“ Denn das Eigentliche von Weihnachten, die Botschaft von der Nähe Gottes, sei längst unter uns.

Und auch in der Jakobuskirche fiel das Krippenspiel für Erwachsenes nicht aus, sondern entfaltete seine Botschaft per Bildschirm. Die Tatsache, dass es manchmal anders komme als erwartet, wurde von Pfarrer Martin Mustroph anhand des Weihnachtsgeschehens als eine heilsame Erfahrung nahegebracht.

In der Apostelkirche, wo man gleich mehrere Gottesdienste aufgezeichnet hatte, ertönte festliche Kirchenmusik unter der Leitung von Kreiskantor Konrad Paul. In seiner Predigt beschrieb Pfarrer Heinrich Kandzi das diesjährige Weihnachtsfest als ein Geschehen mit vielen Unbekannten. Es geschehe jedoch in unseren Herzen, immer dort, wo wir uns von der Liebe Gottes berühren ließen. „Wir können Weihnachten nicht machen“, so Kandzi, „sondern nur annehmen. Wir können annehmen, was Gott aus uns und durch uns machen will.“

Vielerorts waren die Kirchen geöffnet, so in der Auferstehungskirche. In der Andreaskirche wurde die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium aus den weit geöffneten Fenstern verlesen, sodass die Weihnachtsbotschaft sowie festliche Orgelmusik über Straßen und Plätze hörbar wurde.

Die digitalen Angebote sind bis zum 6. Januar unter https://kirchenkreis-muenster.ekvw.de/weihnachten-2020/ abrufbar.

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