Corona sorgt für Verzögerungen

Weitere Fahrradstraßen erst im Frühjahr

Münster

Wohl erst im kommenden Frühjahr wird es neue rote Fahrradstraßen geben. Die Corona-Pandemie, aber auch die aktuell ungewisse politische Lage haben den Zeitplan der Verwaltung durcheinander gebracht.

Martin Kalitschke

Vor 2021 gibt es keine neuen Fahrradstraßen. Foto: gri

Mitte August hatte die Verwaltung die Umgestaltung der Hittorfstraße in eine rote Fahrradstraße überraschend gestoppt. Zuvor hatten Anwohner kritisiert, dass etliche Parkplätze wegfallen sollten. Bis Ende des Jahres, so hieß es damals,sollten die Arbeiten wieder aufgenommen werden.

Doch daraus wird vorerst nichts. Die Stadtverwaltung rechnet nun damit, dass die Hittorfstraße, aber auch weitere Fahrradstraßen frühestens im zweiten Quartal des kommenden Jahres in Angriff genommen werden können.

Corona verlängert den Ausbau

Und das hat zwei Gründe. Den ersten fasst Gerhard Rüller vom Tiefbauamt mit einem Wort zusammen: „Corona.“ Nachdem wiederholt Anwohner gegen die Verwaltungspläne Sturm gelaufen waren, hatte die Politik verlangt, dass sie bei künftigen roten Fahrradstraßen stärker eingebunden werden sollen. „Das werden wir natürlich auch tun, diese Vorgabe nehmen wir sehr ernst“, betont Rüller.

Aktuell seien allerdings Anlieger-Treffen vor Ort wegen der Corona-Lage nicht möglich. Sie werden wohl erst im ersten Quartal 2021 wieder aufgenommen – wenn das die Pandemie überhaupt zulässt. Mit den Anwohnern ausschließlich online zu kommunizieren, sei keine Alternative. Daher rechnet Rüller erst mit weiteren roten Fahrradstraßen im Frühling des kommenden Jahres.

Aber auch bei diesem Zeitrahmen gelte: „Abwarten. Wir wissen ja nicht, wie es bis dahin mit Corona weitergeht.“

Warten auf die neue Ratsmehrheit

Grund Nummer zwei für die Verzögerung: die Veränderung der politischen Landschaft in Münster nach der Kommunalwahl. „Bislang ist ja noch unklar, welchen Weg eine neue Ratsmehrheit gehen will“, sagt Rüller – zum Beispiel bei der Frage, wie viele Pkw-Parkplätze in den Fahrradstraßen erhalten bleiben sollen.

Ungeachtet der im Moment ungewissen Rahmenbedingungen arbeite die Verwaltung daran, das Fahrradstraßen-Bauprogramm für das kommende Jahr zusammenzustellen. Rüller rechnet damit, dass es bis Mitte Dezember vorliegen wird.

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