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Gefeierte Premiere des „Black Rider“

Wohlige Gänsehaut am Hafenbecken

Münster

Auch der dritte Streich des Wolfgang-Borchert-Theaters sitzt: Am Freitag feierte das neue Open-Air-Spektakel mit der Musik von Tom Waits Premiere.

Von Harald Suerland

Der Wolfgang-Borchert-Theater Münster präsentiert das spektakuläre Musical „Black Rider“ auf der Bühne im Hafen. Foto: Lefebvre

Warme Jacken und lange Mäntel hatten am Freitagabend noch einmal ihren Auftritt: Münsters Premierenpublikum hatte sich bestens präpariert, damit beim „Black Rider“ im Hafenbecken die Gänsehaut ausschließlich von der schaurig-schönen Aufführung ausgelöst wurde – und nicht vom kühlen Abendwind, der sachte auf die Zuschauerränge am Wolfgang-Borchert-Theater wehte.

Es funktionierte bestens: Intendant und Regisseur Meinhard Zanger hatte mit seinem Team das schräge, an den „Freischütz“ angelehnte Musical um den Möchtegern-Schützen Wilhelm und den teuflischen Drahtzieher Stelzfuß als zweistündiges Spektakel mit grellen Masken und aufgekratzten Darstellern angerichtet. Pünktlich um halb 9 eröffnete Ivana Langmajer wie ein teuflischer Conferencier das Spiel, und mit der heraufziehenden Dämmerung verdichtete sich die herrlich unheimliche Atmosphäre.

Dass nach gut einer Stunde auch die ein oder andere Feuerfontäne den nun nächtlichen Himmel erhellte, kam besonders bei jenen Zuschauern gut an, die sich an dem kurzen Hitzeeffekt labten. Auch die Einladung des Stelzfuß zum Mitsingen wurde später bereitwillig angenommen, und der anhaltende Schlussapplaus machte unmissverständlich klar, was während der knapp zweistündigen Aufführung schon deutlich zu spüren war: Dem Theater am Hafen ist mit seiner dritten Oper-Air-Produktion wieder ein Erfolg gelungen, der das pralle Sommergefühl am Hafen rund 50 Abende lang bereichern wird.

Womöglich trägt neben schöner Atmosphäre einschließlich Gastronomie im Zelt auch das Wetter weiterhin dazu bei: Wer die Premiere von Shakespeares „Sturm“ vor vier Jahren miterlebt hat, wird sich an die damals ausgegebenen Regencapes erinnern: Sie waren bitter nötig. Bei der „Black Rider“-Premiere wurden Decken bereitgehalten. Aber wer passend angezogen war, kam bestens ohne aus. Trotz der wohligen Gänsehaut, die das Stück auslöste.

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