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Seit einem Jahr leitet Gabi Droste den Außerschulischen Lernstandort – eine Bilanz

C wie Corona – und wie Chance

Saerbeck

Seit einem Jahr ist Gabi Droste die hauptamtliche Leiterin des Außerschulischen Lernstandortes (ASL) Saerbecker Energiewelten und in diesen zwölf Monaten hat die Pandemie alle Planungen durcheinandergewirbelt.

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Kümmerte sich vor ihrem Job im Außerschulischen Lernstandort um Marketing und Öffentlichkeitsarbeit in einem großen Saerbecker Unternehmen: Gabi Droste. Foto: Gemeinde Saerbeck

Diese Bilanz kommt ohne das C-Wort nicht aus. C für Corona. Seit einem Jahr ist Gabi Droste die hauptamtliche Leiterin des Außerschulischen Lernstandortes (ASL) Saerbecker Energiewelten und in diesen zwölf Monaten hat die Pandemie alle Planungen durcheinandergewirbelt. „Bis auf die Ferienspaßangebote im letzten Sommer habe ich hier kein Kind gesehen“, sagt Gabi Droste, „das hatte ich mir natürlich anders vorgestellt.“

Aber: Zur Bilanz nach einem Jahr ASL gehört ein weiteres C-Wort. Und das heißt: Chance. „Wir haben hier nicht die Hände in den Schoß gelegt. Wir haben nicht darauf gewartet, dass etwas passiert. Wir haben die Sachen angepackt.“ Die Zwangspause hat Zeit freigeschaufelt für die Dinge, die im Alltagsgeschäft oft liegen bleiben müssen: Organisatorisches, konzeptionelle Arbeit, Digitalisierung.

Das sind genau die Bereiche, in denen Gabi Droste zu Hause ist. Vor der Arbeit im ASL kümmerte sie sich bei einem großen Saerbecker Unternehmen um Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und stellte große Events auf die Beine. Von ihrer Erfahrung profitierte der Förderverein Klimakommune (etwa beim Tag der offenen Tür 2018), für den sie zunächst ehrenamtlich unterwegs war. Als die hauptamtliche Leitung des ASL ausgeschrieben wurde, warf sie ihren Hut in den Ring. „Das war eine bewusste Entscheidung, etwas ganz Neues zu machen.“ Und eine Entscheidung für das Modell Klimakommune. „Ich bin immer noch fasziniert von dem, was hier erreicht wurde.“

Mit ihrem ersten Arbeitstag im ASL am 1. Mai 2020 endete zugleich die Phase der ehrenamtlichen Leitung des Lernstandortes. „Das Team hat einen tollen Job gemacht und in der Aufbauphase sehr viel angeschoben und umgesetzt. Aber die Aufgaben sind inzwischen zu umfangreich.“ Angepackt hat sie im ersten Jahr mit dem ASL-Team etwa die Digitalisierung von Lernmodulen, die Zertifizierung im Rahmen des Programms Bildung für nachhaltige Entwicklung und vielfältige Projekte im Außenbereich. „Wir wollen draußen Lernstationen anbieten, aber auch Orte schaffen, die für die Gemeinschaft gut sind, zum Beispiel einen Grillplatz.“

Ihr Lieblingsprojekt ist just in diesen Tagen umgesetzt worden: Der Forscherpass für kleine Klimaschützer, ein Angebot für alle Saerbecker Vorschulkinder. „Den gab es schon einmal im Bioenergiepark, wir haben ihn jetzt überarbeitet und erweitert.“ Jede Saerbecker Kindertagesstätte verfügt künftig über einen Forscherkoffer, gut bestückt mit

Experimentiermaterial, mit dem Mädchen und Jungen spielerisch Natur und Umwelt erkunden können. Zum Abschluss der Experimente verbringen die Kinder einen Tag im Bioenergiepark und bekommen den Forscherpass überreicht – eine große Sache für kleine Forscher. Bildung, davon ist Gabi Droste überzeugt, ist der Schlüssel für alle Bemühungen rund um Nachhaltigkeit und Klimaneutralität.

Deshalb freut sie sich auf den Tag, wenn dieses Projekt und die Unterrichtsmodule wieder durchgeführt werden können – nicht als digitales Format, sondern quasi in Echtzeit. Mit Gewusel, fröhlichem Lärm und Staunen in den Augen der Besucher. Bis dahin wird es wohl noch ein bisschen dauern. Zu tun bleibt genug: Internetauftritt überarbeiten, neue Lernmodule entwickeln (etwa zum Thema Energiespeicher), das Ferienspaßangebot vorbereiten, den Außenbereich weiter einbeziehen. Die Leiterin des ASL freut sich hier über das gute Miteinander im Bioenergiepark – „die Ledder Werkstätten und die EGSt unterstützen uns und sind eine große Hilfe“ – und setzt sowieso auf Teamarbeit. Regelmäßige Treffen des Teams sind wichtig. Im Augenblick funktioniert das nur mittels Videokonferenz oder mit Abstand. Deshalb steht es schon fest, was als erstes passieren wird, wenn Corona Geschichte ist: „Dann treffen wir uns alle zu einem schönen, gemütlichen Grillabend am ASL.“

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