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Mint-Rallye an der Gesamtschule

Das große Werben um die Azubis

Saerbeck

Bei der Mint-Rallye in der Projektwoche der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule vor den Herbstferien stellen sich Unternehmen und ihre Berufe den Schülerinnen und Schülern der achten Klassen vor.

Von und

Tabletten befüllen in Handarbeit – das probieren hier drei Achtklässlerinnen während der Mint-Rallye bei der Firma Wiewelhove aus.   Foto: Gemeinde Saerbeck

„Wenn an der Maschine etwas kaputt geht, muss jemand den Fehler finden und reparieren.“ So beschreibt Simon seinen Job, als er mit Achtklässlern der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule (MKG) vor dem Schaltbrett steht.

Es ist Mint-Rallye in der Projektwoche vor den Herbstferien, Unternehmen stellen sich und ihre Berufe den Schülerinnen und Schülern vor. Simon ist Azubi im dritten Lehrjahr beim Saerbecker Unternehmen Saertex. Er lernt Elektroniker für Betriebstechnik. Und er ist altersmäßig dicht dran an den MKG-Schülern, für die im achten Jahrgang die Berufsorientierung allmählich Fahrt aufnimmt. Mit ihnen guckt er sich die Schaltung am Brett an, steckt Kabel – am Ende leuchtet das Lämpchen. Erfolg!

Die Basisinfos liefert Christin – bei der Mint-Rallye gibt es nur Vornamen. Sie ist bei Saertex zuständig für Personalsachen, Praktika und Ferienjobs. 600 Mitarbeitende hat das weltweit tätige Unternehmen allein am Stammsitz Saerbeck. Sie produzieren technische Textilien aus Carbon-, Aramid- und Glasfaser, zum Beispiel für Airbus, für Windrad-Rotoren, Lamborghinis oder auch Schiffe. Das beeindruckt. Ausbildungsberufe gibt es bei Saertex etliche, erfahren die Achtklässler, vom Maschinen- und Anlagenführer oder -führerin bis zum Fachinformatiker.

Die MKG-Schülerinnen und -Schüler konnten sich für diesen Vormittag einige der 14 Unternehmen aussuchen und absolvieren ihre Rallye in kleinen Gruppen. Das lässt Zeit für Praktisches und Fragen. Um die Firmen kümmert sich das zdi-Zentrum Kreis Steinfurt. „Der Andrang der Firmen ist sehr groß“, erklärt zdi-Mitarbeiterin Marie Klostermann. Die MKG, die Pionier bei den Mint- und Job-Rallyes war, „gehört zu den beliebtesten Schulen bei den Unternehmen“, bescheinigt sie.

Zum Portfolio der Keller HCW GmbH aus Ibbenbüren gehören Grobkeramik, Maschinen, Automatisierung und optische Temperaturmessung. Weil auch die großen Sachen klein anfangen, üben sich die Achtklässler hier mit Azubis im Kabel abisolieren und spleißen und erfahren eher nebenbei, was eigentlich ein Maschinenbaukonstrukteur sonst noch so macht.

„Es ist für die Schülerinnen und Schüler einfach viel realer, wenn Azubis da sind“, ist sich Marie Klostermann vom zdi sicher. „Zusätzlich zu den eher theoretischen Teilen der Berufsorientierung an den anderen Tagen der Projektwoche liefert die Mint-Rallye die Praxis“, beschreibt MKG-Schulleiter Maarten Willenbrink das Zusammenspiel.

Um ganz praktisch Interesse zu wecken, nutzt die Firma Wiewelhove aus Ibbenbüren die Vorteile ihres Angebots. Sie ist Auftragshersteller für feste Arzneiformen. Mit ihren Maschinen kann man Pillen drehen – aber auch bunte Schokokugeln einheitlich blau färben – das wirkt. So kann man sich im Alter von 13, 14 Jahren auch anhören, wie man später als Chemielaborant Aspirin kochen könnte.

„Im achten Jahrgang setzen sich die Schülerinnen und Schüler noch nicht so offensiv mit dem Thema Beruf auseinander. Da ist es gut, wenn das Angebot zu ihnen kommt“, beschreibt Sebastian Lenders einen Nutzen der Mint-Rallye für die Schule. Der Lehrer kümmert sich an der MKG als Koordinator um die Angebote zur Studien- und Berufswahl. Einen weiteren positiven Effekt sieht Schulleiter Maarten Willenbrink. Zu den Mint-Rallye-Machern sagt er: „Ich wünsche ihnen, dass sie die Schülerinnen und Schüler überzeugen können, dass nach ihrem Abschluss Dinge kommen, für die sich das Lernen in der Schule lohnt.“

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