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Sportabzeichenprüfung beim SC Falke

Der Fitness-Tüv für Jung und Alt

Saerbeck

Seilspringen – die Disziplin fehlt ihm noch. Und Werfen. Alfons Günnigmann greift in die Sporttasche und holt eines der Seile hervor. Dann geht er ein paar Schritte die Laufbahn hinunter und beginnt mit der Übung. Für Gold müsste er 18-mal springen. Der 70-Jährige hört erst nach dem 20. Sprung auf. Das Sportabzeichen hat er jetzt so gut wie in der Tasche. Es wäre sein 25..

Von Katja Niemeyer

Alfons Günnigmann beim Seilspringen. Zum 25. Mal wird der 70-jährige Saerbecker in diesem Jahr mit dem Sportabzeichen ausgezeichnet. Foto: Katja Niemeyer

Seilspringen – die Disziplin fehlt ihm noch. Und Werfen. Alfons Günnigmann greift in die Sporttasche und holt eines der Seile hervor. Dann geht er ein paar Schritte die Laufbahn hinunter und beginnt mit der Übung. Alfons Günnigmann springt ohne Zwischensprung, mit wäre auch erlaubt. Auch im Galoppschritt könnte er über das Seil jumpen. Er hüpft mit geradem Rücken und unbewegter Mine. Für Gold müsste er 18-mal springen. Der 70-Jährige hört erst nach dem 20. Sprung auf. Das Sportabzeichen hat er jetzt so gut wie in der Tasche. Es wäre sein 25..

Alfons Günnigmann ist an diesem Mittwochabend nicht der einzige Mann, der auf dem Sportplatz des SC Falke die Liste mit den Disziplinen fürs Sportabzeichen abarbeitet. Ein paar Meter entfernt wirbelt Daniel Stumpp, 44 Jahre, sein Seil durch die Luft. Für Gold müsste er in seiner Altersklasse 80 Sprünge schaffen – im Jogging-Modus, ohne Zwischensprung. Beim 82. macht er Schluss, nass geschwitzt, aber mit einem zufriedenen Lächeln. „Gut gemacht, Papa“, ruft ihm sein Sohn Fridolin zu.

Der Zehnjährige hat sich für diesen Tag den 50-Meter-Lauf vorgenommen. Unter anderem. Vielleicht kann er sich aber auch noch beim Standweitsprung verbessern. Versuchen will er es auf jeden Fall.

Für den Sprint stellt Elisabeth Günnigmann sich am Ende der Strecke mit der Stoppuhr in der Hand auf. Sie ist Leichtathletik-Trainerin und leitet zusammen mit Übungsleiterin (Freizeit-, Breiten- und Seniorensport) Barbara Schäffer das Sportabzeichen-Team des SC Falke.

„Auf die Plätze fertig los“

Alfons Günnigmann ist, ebenso wie Regina Heckmann, als Assistent bei den Trainingseinheiten dabei. Er hat sich jetzt hinter der Startlinie aufgebaut und ruft „Auf die Plätze fertig los“. Daniel Stumpp läuft zur Unterstützung mit. „Wenn Ihr schneller seid als Eure Eltern, ist das nicht schlimm“, hatte Elisabeth Günnigmann den Kindern zuvor beim Aufwärmtraining mit auf den Weg gegeben. Fridolin und Daniel Stumpp übertreten die Ziellinie fast gleichzeitig nach 8,4 Sekunden. Gold für Fridolin.

Manche Kinder, sagt Elisabeth Günnigmann, erreichen die Leistungsziele mit Leichtigkeit. Andere tun sich schwer. Wichtig sei dann, dass sie am Ball bleiben.

Die Trainerin hat das Sportabzeichen-Training beim SC Falke zusammen mit Barbara Schäffer vor mehr als zwölf Jahren wieder aufleben lassen, nachdem es lange Zeit in Vergessenheit geraten war. Anfangs kamen nur wenige, erzählen die Frauen, heute legen im Jahr rund 150 Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Sportabzeichen-Prüfungen ab.

Wer mitmachen will, muss schwimmen können

Gefragt sind hierfür Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination. Jeweils eine Übung in den Disziplinen Leichtathletik, Schwimmen, Radfahren und Turnen müssen die Teilnehmer absolvieren. Wer mitmachen will, muss außerdem schwimmen können. Das ist Grundvoraussetzung.

Verliehen wird die Auszeichnung des Deutschen Olympischen Sportbundes in Gold, Silber und Bronze, gestaffelt nach Alter und Leistungsanforderung. Eine Sonderauszeichnung ist das Familien-Sportabzeichen. Hierfür müssen mindestens drei Familienmitglieder aus zwei Generationen ihre Fitness unter Beweis stellen.

Trainer und Teilnehmer sind inzwischen an der Weitsprunggrube angekommen. Alfons Günnigmann harkt den Sand glatt, während seine Frau letzte Tipps für die richtige Haltung beim Standweitsprung gibt. Gold schafft hier keiner der Jungen. Trainerin Günnigmann sieht es völlig gelassen. Bei einer Disziplin, sagt sie, „kann man sich eine Schwäche erlauben“.

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