1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Saerbeck
  6. >
  7. Die Bilder sind im Fluss

  8. >

Ausstellung von Jörg Madlener im Bioenergiepark eröffnet

Die Bilder sind im Fluss

Saerbeck

Alles ist im Fluss. Jörg Madleners Bilder, die seit Freitag im Bunker 2 im Bioenergiepark zu sehen sind, greifen das Sprachbild des Philosophen Heraklit „Panta Rhei“ auf.

Von Günter Benning

Jörg Madlener Foto: Günter Benning

Der Catskill Creek ist ein wild mäandernder Bergfluss, der in den Hudson River fließt. Jörg Madlener (82) hat an seinem Ufer ein Atelierhaus, zwei Autostunden von New York entfernt. Der Fluss spielt die Hauptrolle in der Ausstellung des Malers, die am Freitagabend im Bunker 2 des Bioenergieparks eröffnet wurde. Genauer: Sein Prinzip, die ewige Bewegung. Panta Rhei heißt eine Serie von 24 Bildern, so wie ein berühmter Ausspruch des griechischen Philosophen Heraklit: „Alles ist in Bewegung“. Niemand steigt zweimal in den gleichen Fluss.

Bürgermeister Dr. Tobias Lehberg weist auf ein Bild aus der älteren Elegy for Syria hin. Foto: Günter Benning

Bürgermeister Dr. Tobias Lehberg wandte das Bild vom Fließen in seiner Begrüßung erst einmal auf den ungewöhnlichen Ausstellungsort an, „diesen Ort, der sich vom militärischen zum Ort der Energieerzeugung gewandelt hat.“ Er erinnerte an die Ausstellungen des Malers, die in den vergangenen Jahren vor allem das Thema Krieg im Fokus hatten. Zwei Bilder aus der „Elegy for Syria“ sind auch diesmal integriert, wie Kontrapunkte zu den Flussbildern. Gerade mit Blick auf Afghanisten, so Lehberg, seien sie gerade jetzt aktuell.

Auch Landrat Dr. Martin Sommer war zur Eröffnung gekommen. Er freue sich, dass der international renommierte Maler immer wieder den Weg nach Saerbeck gefunden habe: „Ein absoluter Gewinn für das Kulturleben im Kreis Steinfurt.“

Landrat Dr. Martin Sommer bei der Eröffnung der Ausstellung Foto: Günter Benning

Zu sehen sind im Wesentlichen zwei Reihen neuer Bilder vom Fluss. Sie unterscheiden sich in ihrer Farbigkeit. Rechts vom Eingang sind es dunkle, bewegte Nahaufnahmen vom lebendigen Wasser. Teilweise mit Symbolen verknüpft, die der Erklärung bedürfen. Das gelbe Kreuz etwa symbolisiert verschwundene Orte. Erinnerungen an Kriegsereignisse, so Madlener, „wo etwas war, was man nicht mehr sieht.“

Auf der gegenüberliegenden Bunkerwand dann hellere Landschaften, ein Gewimmel von Farben und Formen, in denen hier ein Gesicht, dort ein Tier, entfernte Häuser und Fahrzeuge aufscheinen. Eine Mischung aus abstrakter und gegenständlicher Malerei. Madlener skizziert seine Motive, macht Fotografien von den Orten, nimmt sie ins Atelier, wo er sie auf handgeschöpftes Büttenpapier mit einer Ei-Öl-Tempera umsetzt, eine Emulsion, die ins Papier eindringt und die er mit kräftigen Ölfarben übermalt. Es ist auch hier wie im Fluss, sagt Madlener: „Nach zwei Stunden steigt man aus und überlässt das Bild seinem Schicksal.“

Christian Katti hat die Ausstellung mit Madlener kuratiert. Der Kunsthistoriker weist auf die Zusammenhänge dieser Naturbilder mit den Kriegsimpressionen hin, die Madlener hier früher und auch jetzt in einigen Exemplaren ausgestellt hat: „Krieg, Gewalt und die Natur stehen sich nicht gegenüber, sie sind vernetzt.“ Schönheit und Destruktion – eine Paarung, die in einer künftigen Ausstellung, die im kommenden Mai folgen soll, noch deutlicher werden wird.

Jög Madlener mit Bürgermeister Lehberg (l.), Günter Denz, Landrat Dr. Martin Sommer und dessen Frau Tram (r,) Foto: Günter Benning

Die Ausstellung ist bis zum 25. September täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet (außer montags)

Startseite