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Heiterer und vor allem regenfreier Karnevalsumzug am Samstag

Die Hippies lassen es qualmen

Saerbeck

Qualmende Hippies, Bürgermeister-Kandidaten als Marionetten in den Händen des Amtsinhabers, Moos-Probleme beim Sportclub und einen Prinzen, der wie mit Baggerschaufeln Kamelle wirft: Das und etliches mehr bekam die generationenübergreifende Narrenschaft am Samstag beim Karnevalsumzug in Saerbeck zu sehen.

Alfred Riese

Der Hippie-Elferrat aus Dorfbauerschaft und Middendorf wusste gar nicht, wohin mit seiner guten Stimmung - und teilte reichlich. Foto: Alfred Riese

Der Wind wehte ein bisschen stärker, aber der Regen blieb noch aus, bis der letzte Wagen des Karnevalsumzugs am Samstag trocken die Festhalle Hövel erreicht hatte. Generationenübergreifend für Jung und Alt, überwiegend mit örtlichen Gruppen, bunt und lustig: So präsentierten sich die 24 Zugnummern knapp zwei Stunden lang den Narren, die reichlich die Straßen säumten.

Der Hippie-Elferrat aus der Dorfbauerschaft und Middendorf machte sein Motto „Wir rauchen und die Welt, wie sie uns gefällt“ mit einer Nebelmaschine deutlich, die in ihren wabernden Wolken zeitweise das Prinzenpaar Stefan und Susi Wolters verschwinden ließ. Glasklar hingegen die politische Ansage am Wagen der Dorf-Schützen. Zum anstehenden Wechsel an der Rathausspitze und den beiden erklärten Kandidaten reimten sie: „Ob Lehberg oder Bückers Sproß – Roos ist und bleibt der Boss.“ Dazu bewegten sich Figuren der Beiden als Marionetten in den Händen des Amtsinhabers. Auf Plakaten und mit Figuren auf dem Treckerdach erinnerten die Schützen außerdem an die Zitterpartie um ihr Osterfeuer und die angekündigte Pensionierung des Pfarrers von St. Georg. Deutlich auch die Botschaft des SC Falke an seinem sattgrün abgehängten Wagen: „Keine Rasenpflege und nur Moos, was ist los?“ wollten die Sportler zum Thema Trainingsplatz vier mit Reim von Herrn Roos und zukunftssicher, aber ohne Reim von den Nachfolgebewerbern Bücker und Lehberg wissen. Auf diesem Wagen und auch auf dem des Ex-Elferrats der Falke Street Boys boten die Sportler dem „Sondereinsatz Karneval“ (SEK) der kfd eine Mitfahrgelegenheit.

Als die Zirkustiere der Clique Hinnemann mit ihrem „Upcycling fürs Klima“ vorbei waren, nutzte die KLJB Saerbeck im Piloten-Look als „Überflieger“ die Umzugsstrecke als Startbahn. Vielleicht waren sie auf der Flucht vor den Wikinger der Bürgerschützengesellschaft Sinningen, über deren Familienwagen ein schon arg zersaustes Segel wehte. Schon auf dem Weg in den Urlaub auf Malle feierte „Hütten united“. Daran lag es aber nicht, dass der 2006er Elferrat aus Westladbergen in seinem „Farbenfieber“ auch bei bedecktem Himmel so bunt aussah und die Dschungeltiere der Kita Sonnenschein in ihrem Planwagen so lustig.

Eher in der Zukunft angesiedelt schien das „Space-Taxi“, das die Leute von Meyers Hütte per Hand zogen - Vorboten der Verkehrswende in der Klimakommune? Wohl platziert in der Zugfolge, sorgten die Spielmannszüge Dorf als Bauarbeiter und Westladbergen als Spielkarten, das Kolping-Blasorchester im Steam-Punk-Outfit und auch die Husaren Blau-Weiß aus Greven als Meereswesen für den Takt.

Am Straßenrand feierten ganze Einhorn-Familien, tanzende Krokodile, ein Gespann von Superman mit Super-Frau und Super-Baby im Kinderwagen, Engel mit im Wind flatternden Flügeln und viele hundert weitere Narren den Zug. Für die Getränke-Eigenversorgung waren dieses Mal zusammengeklebte Big-Bottles als Rückentank angesagt.

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