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Enapter lässt Nahwärme- und Stromleitungen verlegen

Direkter Draht zum Bioenergiepark

Saerbeck

Der Campus soll einschließlich Produktion ausschließlich mit regenerativer Energie betrieben werden – das ist das erklärte Ziel von Enapter. Der Elektrolyseur-Hersteller plant deshalb große Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern der Gebäude. Zusätzlich sollen Nahwärme und Strom aus dem Bioenergiepark kommen. Die Leitungen werden derzeit verlegt.

Von Katja Niemeyer

Der Elektrolyseur-Hersteller Enapter will seinen Campus einschließlich Produktion mit regenerativer Energie betreiben. Unter anderem werden hierfür derzeit Nahwärme- und Stromleitungen zum Bioenergiepark verlegt. Foto: Günter Benning

Während auf dem Enapter-Gelände im Gewerbegebiet Nord II Produktions- und Logistikhallen sowie Büro- und Laborgebäude Gestalt annehmen, werden jetzt im Feldhoek auf einer Länge von rund dreieinhalb Kilometern Nahwärmeleitungen zum Bioenergiepark verlegt. Auch Stromleitungen sollen in die Gräben gelegt werden, wie Tim Markmann, der von Seiten des Elektrolyseur-Herstellers das Bauprojekt leitet, erläutert. Enapter hatte angekündigt, bei der Massenproduktion der Geräte, mit denen Wasserstoff gewonnen wird, ganz ohne sogenannte graue, also nicht erneuerbare Energie auskommen zu wollen.

Der gesamte Enapter-Campus soll demnach mit regenerativer Energie betrieben werden. Diese wird entweder vor Ort erzeugt oder aus dem Bioenergiepark bezogen. So sollen Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern der Campus-Gebäude pro Jahr 2100 Megawattstunden elektrische Energie liefern. Nach Angaben des Unternehmens entspricht das ungefähr dem Strombedarf von 688 Drei-Personen-Haushalten (3050 Kilowattstunden pro Jahr) und aller Voraussicht nach 60 Prozent der elektrischen Energie, die für die Elektrolyseur-Produktion benötigt wird.

Um vollständig energieautark zu sein, entsteht eine Anbindung an den Bioenergiepark, in dem bekanntlich mit Windrädern, Photovoltaikanlage und einer Biogasanlage mehr als doppelt so viel Energie produziert wird, wie Saerbeck benötigt. Geplant ist ferner, die Abwärme aus der Biogasanlage zur Unterstützung der Warmwasser-Ausbereitung und der Beheizung der Gebäude zu nutzen.

Die Erlaubnis für das Verlegen der Leitungen zum Bioenergiepark hat Enapter sich von den Eigentümern der Flächen geholt, durch die jetzt die Gräben gebuddelt werden. „Wir haben Nutzungsverträge abgeschlossen“, erläutert Markmann. Die Arbeiten werden mehrere Monate andauern.

Enapter plant, an seinem Standort Saerbeck rund 120 .000 Elektrolyseure pro Jahr herzustellen. Die Produktion soll Ende dieses Jahres starten, schrittweise automatisiert und in eine Massenfertigung überführt werden.

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