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Bürgerschützenverein Saerbeck Dorf

Festschrift zum 225-jährigen Jubiläum mit Geschichten zum Schmunzeln

Saerbeck

Seit ein paar Tagen ist die knapp 200 Seiten starke Festschrift zum 225-jährigen Jubiläum des Bürgerschützenvereins Saerbeck Dorf auf dem Markt. Herzstück sind 17 persönliche Geschichten, in jahrelanger Arbeit recherchiert und aufgeschrieben von Vereinsmitglied Andreas Bennemann. Sie gewähren Einblicke in das Schützenwesen, das viele vor allem mit den Märschen durchs Dorf, Bier trinken und Uniform verbinden.

Von Katja Niemeyer

Präsentieren stolz die Festschrift zum 225-jährigen Jubiläum des Bürgerschützenvereins Saerbeck Dorf: die Festausschussmitglieder Ludger Hartken und Andreas Bennemann (v.l.). Foto: Katja Niemeyer

Ein Schützenvogel, der sollte aus dem richtigen Holz geschnitzt sein. Sonst kann es passieren, dass ihn ein Schützenbruder von der Stange holt und damit König wird, obwohl er diesbezüglich keinerlei Ambitionen hatte. Es sind Geschichten wie diese, die die Festschrift zum 225-jährigen Jubiläum des Bürgerschützenvereins Saerbeck Dorf lebendig und lesenswert machen. Auch für jene, die mit dem Schützenwesen eigentlich nichts am Hut haben.

Das knapp 200 Seiten starke Werk ist seit ein paar Tagen auf dem Markt. Herzstück sind 17 persönliche Geschichten, in jahrelanger Arbeit recherchiert und aufgeschrieben von Vereinsmitglied Andreas Bennemann. Sie gewähren Einblicke in das Schützenwesen, das viele vor allem mit den Märschen durchs Dorf, Bier trinken, Waffen und Uniform und Orden verbinden. Dabei, sagt Andreas Bennemann, stehe der Verein für Gemeinschaftssinn, was an den zahlreichen Veranstaltungen – vom Osterfeuer bis zur Familien-Radtour – deutlich werde.

Die Geschichten aus seiner Feder bringen einen zum Schmunzeln. Sie lassen hinter die Kulissen blicken. Und für viele dürften sie Erinnerungen wach werden lassen. Rund 400 Stunden Arbeit hat Andreas Bennemann in das Buch gesteckt. Er hat mit Königen und Kaisern gesprochen. Mit Zeitzeugen und mit Mitgliedern des Spielmannszuges und des Kolping-Blasorchesters. In einer Anekdote kommt sogar der frühere Saerbecker Pastor Peter Ceglarek vor.

Der Leser erfährt, dass es manchmal eine Krux ist mit dem lieben Federvieh. Etwa wenn es zur Überraschung aller schon beim ersten Schuss hinüber ist. Oder wenn es sich als standhaft erweist und – vollkommen zerrupft – auf seiner Stange verharrt. Anschaulich bekommt er vorgeführt, wie es passieren kann, dass ein Schütze – ungewollt (!) – den Vogel runterholt. Und wie er in dem Fall am besten die Nachricht seiner Frau überbringt: „Ich habe eine gute Nachricht: Du darfst dir ein neues Kleid kaufen.“

Für das Jubiläumsbuch hat Andreas Bennemann rund 14 000 Foto gesichtet, rund 90 Prozent davon befinden sich in seinen eigenen sowie in Sigrid Wenners‘ Beständen.

Neben den persönlichen Geschichten enthält das Werk Informationen zur Geschichte und zur Struktur des Vereins. Weitere Kapitel widmen sich den Gruppen des Schützenvereins und seinen Veranstaltungen.

500 Exemplare hat der Verein drucken lassen. Seit ein paar Tagen liegen sie zum Verkauf bei „Buch & mehr“ in der Marktstraße. Sie kosten 20 Euro das Stück.

Noch eine Kostprobe aus dem Buch gefällig? In einer Geschichte erzählt der heutige Vereinsvorsitzende Karl-Heinz Hövel, wie er vor über 20 Jahren zusammen mit Raimund Beermann („Münne“) den festen Plan verfolgte, am Kaiserschießen teilzunehmen. Obwohl sie hierzu laut den Statuten des Vereins nicht berechtigt waren. Zu dem Wettbewerb werden nur Könige zugelassen, und diesen Rang hatten sie bis dato noch nicht erreicht. Beirren ließen sie sich davon aber nicht. „Wir gingen zum Kassierhäuschen, bezahlten und gingen zur Vogelstange“, zitierte Andreas Bennemann seinen Schützenbruder. Dort habe ein Vorstandsmitglied gestanden und sie mit großen Augen angeschaut: „Was wollt Ihr denn hier!?“

Forsch hätten sie erklärt: „Jungkönig + Sternkönig = König = Kaiserschießen.“ Eine solche Gleichung hatte bis dato noch niemand aufgestellt im Bürgerschützenverein Saerbeck Dorf. Weitere Befürworter fanden sich aber auch nicht. Der Verein blieb seinen Traditionen treu.

Wenige Jahre später wurde Karl-Heinz Hövel König (2006), später auch Raimund Beermann (2014). Aufs Kaiserschießen warten sie aber noch immer. Aber das hat andere Gründe.

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