1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Saerbeck
  6. >
  7. Bürgerschützenverein Saerbeck-Dorf veranstaltet eine Feier – und ausdrücklich kein Fest

  8. >

Großes Happening mit Marsch

Bürgerschützenverein Saerbeck-Dorf veranstaltet eine Feier – und ausdrücklich kein Fest

Saerbeck

Die Freude bei den Bürgerschützen Saerbeck-Dorf ist groß: Am übernächsten Wochenende schlüpfen sie in ihre Uniformen, setzen die grünen Hüte auf und marschieren durchs Dorf. Bei der Schützenfeier wird kein König ausgeschossen, aber es werden langjährige Mitglieder geehrt. Und es ist eine gute Möglichkeit, die Gemeinschaft zu stärken, ist der Vorsitzende Karl-Heinz Hövel überzeugt.

Von Katja Niemeyer

Im Gleichschritt durchs Dorf: Am übernächsten Wochenende ist es wieder so weit. Gleich mehrmals formieren sich die Bürgerschützen und marschieren los. Foto: privat

Viele Monate ohne traditionellem Fest und größerer Versammlungen liegen hinter dem Bürgerschützenverein Saerbeck-Dorf von 1797. Die Corona-Pandemie ließ es nicht zu, dass die Schützenbrüder einen neuen König ausschossen, feierten oder auch nur in größerer Gruppe zusammenkamen. Das ist jetzt aber Vergangenheit. Am Samstag wird das Dorf mit grün-weißen Wimpelketten geschmückt. So wie es immer war, wenn Schützenfest gefeiert werden soll.

Weil das Virus das öffentliche Leben aber nach wie vor einschränkt, hat der Vereinsvorstand das Fest ordentlich abgespeckt. Und zwar so sehr, dass der 1. Vorsitzende Karl-Heinz Hövel auch gar nicht mehr von einem Schützenfest reden will. Denn hierfür müsste man wenigstens auf den Vogel schießen und einen neuen König küren. Darauf wird aber verzichtet.

Stattdessen soll die zweitägige Veranstaltung eine Art Happening werden, bei dem die Schützenbrüder und ihre Familien zusammenkommen und eine schöne Zeit haben können. Und bei dem auch Frauen, zumindest wenn sie 18 oder älter sind, ein Gewehr in die Hand nehmen dürfen. Was aber keinesfalls bedeutet, dass sie auf den Vogel schießen dürfen. Das ist ausschließlich Mitgliedern vorbehalten. Und Mitglied werden, auch das schreiben die Statuten des Vereins vor, können nur Männer (woran sich laut Hövel auch definitiv nichts ändern soll). Dass Frauen während der Feierlichkeiten in der Schießanlage die Plättchen des Sternkranzes oder ein stilisiertes Bierfass ins Visier nehmen, müsse die absolute Ausnahme bleiben. Daran lässt der Vorsitzende des über 200 Mitglieder zählenden Vereins keinen Zweifel.

Weil Konzept und Programm nur noch sehr wenig mit dem Traditionsfest zu tun haben, hat der Vorstand die Veranstaltung umbenannt in Schützenfeier. Das ist aber eigentlich Nebensache. Wichtig sei nur, dass es wieder eine Gelegenheit gibt, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Die Freude darüber kann der Vorsitzende auch am Telefon kaum verbergen. Endlich mal wieder in die Uniform schlüpfen, den grünen Hut aufsetzen und bei Marschmusik im Gleichschritt durchs Dorf marschieren. „Das ist so schön, dass das möglich ist und wir mal wieder gesehen werden“, sagt er.

Am Freitag, 17. September, treten die Schützenbrüder um 14 Uhr an ihrem Vereinslokal Dahms Hoff an. Kurz darauf startet der Marsch zum Schützenwäldchen. Tags drauf (18. September) beginnt das Prozedere von Neuem, nur dass es dann schon um 11 Uhr losgeht und jeder Schützenbruder sein Gewehr über der Schulter trägt. Ziel des Marsches wird dann das Bürgerhaus sein, vor dem die Jubelmajestäten aus den Jahren 2020 und 2021 gebührend geehrt werden sollen – mit anschließendem gemütlichen Umtrunk.

Geschossen wird auch, nur eben nicht auf den Vogel, sondern (am Freitag) auf einen Sternenkranz. Bei dem Preisschießen darf jeder Schützenbruder und jedes seiner Familienmitglieder über 18 mitmachen. Am Samstag soll dann ein stilisiertes Bierfass ins Visier genommen werden. Wer dabei am besten zielt, wird zum ersten Saerbecker Bierkönig gekürt.

Bleibt zu hoffen, dass das Wetter gut wird, bei der ersten Auflage der Schützenfeier.

Startseite