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Im Bauausschuss entfacht Debatte über Maßnahmenpaket zum Energiesparen

Kalte Duschen erhitzen die Gemüter

Saerbeck

Der Vorschlag der Verwaltung, im Zuge der vom Bund verordneten Energiesparmaßnahmen auch das Warmwasser in den Duschen der Turnhallen abzuschalten, stößt bei den Grünen auf Kritik. Sie befürchten, dass dadurch keine Energie eingespart wird. Auch die CDU stößt sich an der Vorstellung, nach dem Sport kalt duschen zu müssen.

Warm oder kalt – das ist in diesem Winter die Frage. Foto: IMAGO/Norbert SCHMIDT

Mit seiner kritischen Frage zu dem Plan, das Warmwasser in den Duschen der Saerbecker Turnhallen abzustellen, prallte Grünen-Ratsherr Tobias Spahn bei Bauamtsleiter Andreas Bennemann am Mittwochabend im Bauausschuss ab. Ja, stellte Bennemann mit unbewegter Miene und unmissverständlich fest, „wir sind uns dessen bewusst.“ Und ja, „wir handeln verantwortlich.“

Was war passiert? Ein wenig altklug hatte Spahn zuvor wissen wollen, „ob sich die Verwaltung überhaupt darüber im Klaren ist“, dass eine Abschaltung des Warmwassers dazu führt, dass sich in den Leitungen gefährliche Legionellen ausbreiten, und dass sie einen Wasseraustausch alle 72 Stunden sicherstellen müsse.

Der Vorschlag der Verwaltung, im Zuge der vom Bund verordneten Energiesparmaßnahmen auch das Warmwasser in den Duschen der Turnhallen abzuschalten (wir berichteten), stieß aber nicht nur bei den Grünen auf Kritik. Neben der Angst vor Bakterien fürchten sie im Übrigen außerdem, dass ohnehin unterm Strich kein Gas eingespart wird, weil die Sportler nach ihrem Training einfach zu Hause heiß duschen würden.

Die CDU stößt sich ebenfalls an der Vorstellung, nach dem Sport kalt duschen zu müssen. Allerdings aus anderen Gründen. So findet CDU-Ratsherr Florian Bücker, dass dies insbesondere Senioren nicht zuzumuten sei. Was Bennemann zu der Äußerung veranlasste, dass im Rathaus mittlerweile „einige Kollegen“ kalt duschen würden.

Und so entfachte sich eine Debatte übers Duschen, die darin gipfelte, dass Bürgermeister Dr. Tobias Lehberg befand, „dass Sport am schönsten im Verein ist“ und er somit auch davon ausgehe, dass im Anschluss an die körperliche Ertüchtigung auch in den sanitären Anlagen vor Ort geduscht werde – egal, ob aus ihnen warmes oder kaltes Wasser läuft.

Mit Ausnahme der UWG-Fraktion sprachen sich die Fraktionen dafür aus, die Warmwasserabschaltung in den öffentlichen Duschen aus dem Maßnahmenpaket zum Einsparen von Gas, Strom und Holzpellets zu streichen.

Vom Tisch ist das Thema damit aber noch nicht. Am Donnerstag muss der Rat abschließend darüber abstimmen, ob das Duschwasser in den Turnhallen auf absehbare Zeit kalt bleibt.

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