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Aktion „Verschenke Hoffnung“ des Eine-Welt-Kreises

Krankenversicherung für 800 Kinder

Saerbeck

Eine-Welt-Kreis-Sprecher Andreas Holtmann ist überwältigt angesichts der Höhe der Spenden, die Saerbecker und Saerbeckerinnen für die St.-Theresa-Gemeinde in Damongo im Verlauf des Jahres auf das Konto der St.-Georg-Gemeinde überwiesen. 26 000 Euro kamen ihm zufolge bei der Weihnachtsaktion „Verschenke Hoffnung“ zusammen, die der Eine-Welt-Kreis 2020 ins Leben rief und die nun wiederholt wird.

Von Katja Niemeyer

Zehn Euro kostet die Krankenversicherung für ein Kind pro Jahr. Mit den Spenden aus Saerbeck konnten die Beiträge für insgesamt 800 in Damongo lebende Kinder aufgebracht werden. Foto: privat

„Phänomenal. Das dürfte ein Rekord sein.“ Eine-Welt-Kreis-Sprecher Andreas Holtmann ist überwältigt angesichts der Höhe der Spenden, die Saerbecker und Saerbeckerinnen für die St.-Theresa-Gemeinde in Damongo im Verlauf des Jahres auf das Konto der St.-Georg-Gemeinde überwiesen. 26 000 Euro kamen ihm zufolge bei der Weihnachtsaktion „Verschenke Hoffnung“ zusammen, die der Eine-Welt-Kreis 2020 ins Leben rief und die nun wiederholt wird.

Fünf Geschenke, eine Bankverbindung

Von dem Geld wurde unter anderem die Krankenversicherung für die siebenjährige Ayisha bezahlt. Sie lebt in dem Dorf im Norden Ghanas. Die Spenden haben damit indirekt ihr Leben nach einem Schlangenbiss gerettet. So hat es Aiden Ngmenbon – er ist Leiter der Kinderstation im Krankenhaus Damongo und Mitglied des Partnerschaftskomitees – dem Eine-Welt-Kreis berichtet. Ohne die Versicherung, davon geht er aus, wäre das Mädchen nicht ärztlich versorgt worden und aller Wahrscheinlichkeit nach gestorben.

Mit dem Geld aus Saerbeck wurde die Krankenversicherung von insgesamt 800 Kindern erneuert. Den Beitrag von knapp zehn Euro pro Jahr könnten die meisten Familien nicht aufbringen, weiß Andreas Holtmann. „So werden Kinder bei Krankheit oder nach einem Unfall oft nicht ärztlich versorgt und schweben dann in Lebensgefahr, obwohl Hilfe möglich wäre“, sagt er.

Ferner wurden mit den Spenden aus Saerbeck 130 Bienenstöcke gekauft, mit denen Familien ein zusätzliches Einkommen erwirtschaften. Sie stehen auf einer Farm, ein erfahrener Mann kümmere sich um die Stöcke, erläutert Andreas Holtmann. Von dem Ernteertrag stünden Familien zwei Drittel zu. Den Honig könnten sie entweder verkaufen oder in einen weiteren Bienenstock investieren. „Außerdem wurden Bienenzüchtergruppen gegründet, die Erträge erwirtschaften sollen, um damit weitere Bienenstöcke anzuschaffen. Ziel ist es, dass sich das Projekt so auf Dauer von selbst trägt“, sagt der Eine-Welt-Kreis-Sprecher. Geplant sei zudem, Cashewbäume zu pflanzen, weil diese für die Bestäubung benötigt werden.

Ein Teil der Spenden wurde für den Kauf von Hühnern ausgegeben, die an insgesamt 180 Familien und Einzelpersonen verteilt worden seien, berichtet Andreas Holtmann, der schon zweimal in Damonga war. Auch seien Käfige bereitgestellt worden, mit denen verhindert werden soll, dass Küken zur Beute von Raubtieren werden. „Um dauerhaft Unterstützung leisten zu können, hat die Gemeinde St. Theresa zwei Brutkästen angeschafft, in denen die Eier drei Wochen lang brüten und dann Küken schlüpfen“, so Andreas Holtmann. Drei Gemeindemitglieder, die selbst eine Geflügelfarm besitzen, kümmerten sich um diesen Dienst. Der Plan sei, dass innerhalb von fünf Jahren zwei Tiere zurückgegeben werden, von denen dann wiederum andere Familien profitierten. Ein solches System solle auch für Ziegen angewandt werden, ein Gehege befinde sich zurzeit im Aufbau.

Mit der finanziellen Hilfe aus der Klimakommune wird überdies eine Lebensmittelbank aufgebaut. Familien konnten Saatgut und Dünger kaufen, mit einem Teil ihrer Ernte stockten sie das Warenlager auf. Mit den Verkaufserlösen sollen Saatgut und Dünger für das kommende Jahr finanziert werden. Auf diese Weise, erläutert Andreas Holtmann, könnte Ernteausfällen vorgebeugt werden. „Auch hier ist der langfristige Plan eine Warenbank in der Gemeinde einzurichten, die als Kreditinvestitionsprogramm dienen kann, um bedürftigen Gemeindemitgliedern in schlechten Zeiten zu helfen.“

Weil Wassermangel ein Dauerproblem in der Region ist, wurden zudem sechs Wasserzisterne angeschafft. Sie wurden an Orten aufgestellt, die für sehr viele Menschen erreichbar sind.

Andreas Holtmann hofft, dass sich die Aktion „Verschenke Hoffnung“ zu einem Dauerprojekt entwickelt. In Abstimmung mit den Kontaktpersonen in Damongo könnte auf diese Weise nachhaltige Hilfe geleistet werden.

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