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Ehrenamtsserie

Sebastian Greiling engagiert sich in der Landjugend, bei der Feuerwehr, den Schützen und in der Kirche

Saerbeck

Landjugend, Freiwillige Feuerwehr, Schützenverein Westladbergen und die St.-Georg-Pfarrgemeinde: Sebastian Greiling engagiert sich auf vielfältige Weise und mit viel Leidenschaft in der Gesellschaft. „Die Erfahrungen aus meiner langen ehrenamtlichen Tätigkeit kommen mir gerade bei Leitungsaufgaben sehr zugute“, sagt der 33-Jährige. Und darin sieht er den großen persönlichen Wert des Ehrenamtes.

Von Marlies Grüter

Die Vorstandsarbeit in der Landjugend hat er inzwischen anderen überlassen, aber bei der Theatergruppe mischt er gerne noch weiter mit: Sebastian Greiling. Foto: Marlies Grüter

Was ihm gerade am meisten fehlt? Da muss Sebastian Greiling beim Blick in den Kalender nicht lange überlegen: „Das Landjugendtheater.“ Eigentlich, erzählt er, wäre jetzt die „heiße Zeit“ vor der Premiere. Wenn, ja wenn denn in diesem Jahr das plattdeutsche Theater nicht nur wegen Corona, sondern auch in Ermangelung eines Spielortes nicht über die Bühne gehen kann. „Da habe ich immer gerne mitgespielt“, sagt Sebastian Greiling.

Der 33-Jährige hat über viele Jahre mit ganz viel Herzblut auf den Brettern der Bürgerscheune gestanden, die für die Spieler der Landjugend die Welt bedeuten.

Vorher wurden in wochenlanger Probenarbeit die plattdeutschen Dialoge gepaukt. Einige Rollen kann er fast noch auswendig. „Die Stücke mit reichlich Verwirrungen und vielen komödiantischen Anteilen waren besonders toll“, sagt er.

Wenn er nicht auf der Bühne stand, dann war er als Handwerker beim Kulissenbau gefragt und natürlich bei den Vorstellungen als mentaler Unterstützer und Helfer bei der Gästeversorgung aktiv.

In seiner Zeit als Vorsitzender der Landjugend lag das plattdeutsche Theater mit in seiner Verantwortung. „Das ist eine wirklich wichtige Sache“, erklärt Greiling. „Der Erlös aus den Theatervorstellungen ist immer für einen karitativen Zweck bestimmt und es geht um den Erhalt der plattdeutschen Sprache. Dafür hat uns Dr. Gerdemann als Ehrenbürgermeister noch in hohem Alter bei einer Vorstellung sehr gelobt. Das war eine große Ehre für uns alle in der Theatergruppe und motiviert uns, ehrenamtlich weiterzumachen.“

Denn ohne ehrenamtliches Engagement in den Vereinen und Verbänden läuft’s nicht im Dorf. Davon ist Sebastian Greiling überzeugt und ist selbst das beste Beispiel. „Ich bin schon früh angefangen“, lacht er und denkt an seine ersten Flötentöne als Neunjähriger im Spielmannszug Westladbergen, in dem er auch heute noch aktiv ist, wenn’s um die musikalische Gestaltung verschiedenster Veranstaltungen geht. Mit 14 ging’s dann gemeinsam mit einigen Schulfreunden in die damals neu gegründete Jugendfeuerwehr. „Da habe ich viel gelernt. Kameradschaft, aufeinander achten, sich aufeinander verlassen können und Menschen in Notsituationen zu helfen.“ Inzwischen ist Sebastian Greiling Brandmeister und als Gruppenführer in den Löschzügen Westladbergen und Dorf aktiv. „Da habe ich gelernt, Führungsaufgaben zu übernehmen“, sagt Greiling.

Eine Erfahrung, die er auch in der Landjugend machen konnte. Als 16-Jähriger füllte er den Anmeldezettel für den katholischen Jugendverband aus und fand sich schon nach kurzer Zeit im Vorstand wieder. Er übernahm den Vorsitz der KLJB und schaffte es zusammen mit einem engagierten Team, die Landjugendarbeit nach vorne zu bringen. „Wir konnten über mehrere Jahre einen echten Zulauf verzeichnen. Dieser Trend hält bis heute weiter an, da sich immer neue Leute finden, die sich im Verein engagieren und auch keine Scheu haben, neue Veranstaltungen auszuprobieren“, erklärt Greiling. „Leute ziehen Leute. So schlecht kann dann ja unsere Arbeit nicht gewesen sein“, lacht er. Die Vorstandsarbeit in der Landjugend hat er inzwischen anderen überlassen, aber bei der Theatergruppe mischt er gerne noch weiter mit.

Dafür rückte der Schützenverein Westladbergen mehr in den Fokus. Mit 18 setzte Sebastian Greiling in Westladbergen den Schützenhut auf. Als sich im Vorstand der Schützen ein Generationswechsel andeutete, übernahm er den Aufgabenbereich eines Bezirkskassierers. Inzwischen führt er verantwortlich die Kasse des Vereins und hatte mit seinen Vorstandskollegen 2019 alle Hände voll zu tun, um das große Jubiläumsfest der Westladbergener Schützen zu organisieren. „Das war eine echte Nummer“, erinnert sich der gebürtige Westladbergener noch gut. „Die Vorbereitungen haben viel Zeit und Energie gekostet, aber als Vorstandsteam und mit großer Unterstützung aus der Bauerschaft konnten wir die Aufgabe stemmen und hatten noch Spaß dabei.“ Dass am Ende alle Teilnehmer von den Festlichkeiten schwärmten und insgesamt der Zusammenhalt in der Bauerschaft spürbar und nachhaltig gestärkt wurde, ist die Anerkennung, für die es sich lohnt, ehrenamtlich tätig zu sein, ist Sebastian Greiling überzeugt.

Spielmannszug, Landjugend, Feuerwehr, Schützenverein – geht da noch mehr? „Ja klar“, sagt Sebastian Greiling. „Wir sollten auch an unseren Kirchturm denken.“ Was er damit meint, ist schnell erklärt: Seit drei Jahren arbeitet Greiling als eines der jüngsten gewählten Mitglieder im Kirchenvorstand der St.-Georg-Pfarrgemeinde mit. „Als ich gefragt wurde, ob ich mir vorstellen könnte, in dem Gremium mitzuarbeiten, habe ich überlegt, dass es doch sinnvoll ist, wenn auch da jüngere Leute mitentscheiden. Vorstände sollten immer die Breite der Gemeinschaft darstellen, für die sie stehen“, erklärt Greiling. „Ich gehöre unter anderem dem Bauausschuss an, da geht es auch um die Verwendung öffentlicher Gelder. Ich konnte jetzt den Umbau der Kirche und auch den Neubau des Regenbogen-Kindergartens mitgestalten. Das waren echt spannende Projekte.“

Als Elektromeister, der in leitender Position in der Niederlassung eines größeren Unternehmens tätig ist, das Serviceleistungen für Blockheizkraftwerke anbietet, ist Sebastian Greiling auch beruflich stark eingebunden. „Die Erfahrungen aus meiner langen ehrenamtlichen Tätigkeit kommen mir gerade bei Leitungsaufgaben sehr zugute“, sagt er. Und darin sieht er den großen persönlichen Wert des Ehrenamtes. „Wenn Kinder und Jugendliche sich in Vereinen oder Verbänden treffen und auch Verantwortung übernehmen, prägt das die Persönlichkeit. Es fördert Selbstständigkeit und die Erfahrung, dass Entscheidungen ob im Großen oder im Kleinen immer Kompromisse sind. Wer Verantwortung trägt, muss auch mal Entscheidungen treffen, die nicht allen gefallen. Das lernt man auszuhalten“, weiß Greiling und schaut bei Stellenbesetzungen selbst darauf, ob die Bewerber sich ehrenamtlich engagieren.

Und ganz nebenbei, so Greiling, wachsen durch das ehrenamtliche Mitarbeiten in Vereinen und Verbänden Netzwerke, die tragen: „Es entstehen soziale Beziehungen und eine Identität mit dem Dorf. Das hält auch junge Leute im Ort. Wir können unsere Zukunft mitgestalten, wenn wir selbst etwas dafür tun. Ohne Ehrenamt läuft’s nicht.“

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