1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Saerbeck
  6. >
  7. Mit Biozid, Nematoden und Sauger

  8. >

Kampf gegen die Raupen des Eichenprozessionsspinners beginnt

Mit Biozid, Nematoden und Sauger

Saerbeck

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners werden bald wieder Bäume im Gemeindegebiet in Beschlag nehmen. Für Unbehagen sorgen dabei die Brennhaare der Raupen. Das Konzept der Gemeinde zur Bekämpfung sieht den begrenzten Einsatz eines Biozids zur Behandlung vor.

Von und

Mit Hilfe eines Hubschraubers werden Biozide gegen Foto: Matthias Ahlke

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners werden bald wieder zahlreiche Bäume im Gemeindegebiet in Beschlag nehmen. Für Unbehagen sorgen dabei die Brennhaare der Raupen, die ein Nesselgift enthalten. Ein Kontakt mit den fast unsichtbaren Härchen löst bei Menschen und Tieren Hautausschläge sowie Brennen und Juckreiz aus. Seltener kommt es auch zu schwereren Reaktionen wie Atemwegsreizungen, Bindehautentzündungen oder Fieber.

Das Konzept der Gemeinde Saerbeck zur Bekämpfung sieht erneut den begrenzten Einsatz eines Biozids zur Behandlung vor. Wie in den vergangenen Jahren wird die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners mit folgenden Maßnahmen vorgenommen: Einsatz eines Biozids (Bacillus thuringiensis), Einsatz von Nematoden (Fadenwürmer) und das Absaugen der Nester

Einsatz eines Biozids:

Die Gemeinde Saerbeck wird zur Gefahrenabwehr voraussichtlich vom 25. April bis zum 6. Mai (in diesem Zeitraum etwa drei bis vier Tage) mit der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners mittels Biozid beginnen. Da dieser Termin wetterabhängig ist, kann hier keine genaue Aussage getroffen werden.

Eine Spezialfirma wird mittels eines Hubschraubers und einer Sprühkanone befallene Eichen auf öffentlichen Grundstücken besprühen. Der Einsatz wird durch den gemeindeeigenen Bauhof begleitet und wenn erforderlich werden auch Teilbereiche kurzfristig gesperrt.

Für Menschen, Tiere oder Pflanzen ist dieses Mittel nicht schädlich, schreibt die Gemeinde in einer Pressemitteilung.

Damit sich das Mittel gleichmäßig auf den Bäumen verteilen kann, sollte die Sprühaktion bei möglichst trockenem Wetter durchgeführt werden. Mit Spritzen, die einer Schneekanone ähneln, wird ein für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners zugelassenes Biozid auf die frischen Blätter gesprüht. Das Bodenbakterium Bacillus thuringiensis liefert den Ausgangsstoff für das spezielle Mittel, mit dem die jungen Raupen des Eichenprozessionsspinners bekämpft werden. Die Raupe frisst das Blatt und erst im Darm der Raupe entfaltet der für Menschen, Tiere und Pflanzen ungefährliche Stoff seine Wirkung. Die Raupen sterben ab, bevor sie das für den Menschen gefährliche Lebensstadium erreichen können.

Einsatz von Nematoden:

Eine weitere Methode ist die Bekämpfung mit Präparaten auf Basis von Nematoden (0,5 mm lange Fadenwürmer). Das Präparat kann eingesetzt werden, sobald die Raupen geschlüpft sind. Das Besprühen mittels Sprühkanone erfolgt in den Abend- oder Nachtstunden, da die Sonne die Lebensdauer der Nematoden extrem verkürzt. Ziel ist es, alle Zweige zu treffen um eine möglichst große Kontaktwirkung zu erzielen. Die Nematoden dringen in die Raupen ein und dienen als Überträger eines Bakteriums, das die Raupen abtötet. Um hohe Wirkungsgrade zu erzielen, wird die Behandlung innerhalb von sieben bis 14 Tagen wiederholt.

Eine Spezialfirma wird mit Sprühfahrzeugen befallene Eichen im Ortsgebiet – im Nahbereich zu Gewässern - besprühen. Der Einsatz wird ebenfalls durch den gemeindeeigenen Bauhof begleitet und wenn erforderlich werden auch Teilbereiche kurzfristig gesperrt.

Auch diese Methode ist für Menschen, Tiere und Pflanzen nicht schädlich.

Absaugen der Nester:

Weiterhin wird mit einer Spezialfirma in Zusammenarbeit mit dem gemeindeeigenen Bauhof das Absaugen der Nester erfolgen, die sich zum Beispiel an anderer Stelle gebildet haben.

Die Gemeinde Saerbeck geht nicht großflächig gegen die Raupen vor, sondern punktuell zur Gefahrenabwehr. Also genau dort, wo im vorhergehenden Jahr ein entsprechender Befall festgestellt wurde.

Alle Einsätze werden jeweils durch den gemeindeeigenen Bauhof begleitet. Die Gemeinde Saerbeck bittet um Verständnis, wenn für diese Bekämpfungsaktionen kurzfristig eine Straßensperrung unumgänglich ist.

Es gibt auch die Möglichkeit der Beteiligung von Privateigentümern. Die Gemeinde Saerbeck bietet, soweit möglich, eine kostenpflichtige Unterstützung zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners auf Privatgrundstücken an. Sofern die Eichen auf Privatgrundstücken entlang der Fahrtstrecke der Gemeinde Saerbeck liegen und die Eichen von der öffentlichen Straße aus zu erreichen sind, könnte eine Bekämpfung auf den Privatgrundstücken durchgeführt werden. Diese ist dann für die Privateigentümer kostenpflichtig.

Privateigentümer können ihr Interesse bei Ines Heilemann, ines.heilemann@saerbeck.de,

 02574 / 89104, melden.

Die Gemeinde Saerbeck bittet Bürger für die Meldung von Nestern das Online-Formular auf der Homepage www.saerbeck.de zu nutzen. So wird sichergestellt, dass die Meldungen direkt bearbeitet werden können. Die Meldungen werden erfasst und sind für jedermann im Internet kartografisch einsehbar.

Für Fragen steht bei der Gemeinde Saerbeck Ines Heilemann unter der Telefonnummer

 02574 / 89104 zur Verfügung.

Startseite
ANZEIGE