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Verbandsversammlung in Saerbeck

Musikschule meistert Coronazeiten

Saerbeck

„Es fehlte zwar der persönliche Kontakt, aber viele Schülerinnen und Schüler waren einfach nur dankbar, dass sie weiter musizieren konnten.“

Von Marlies Grüterund

Musikschulleiterin Sonja Gostomski (links) und Foto: Marlies Grüter

Musikunterricht unter Corona-Bedingungen – kein einfaches Unterfangen. Davon konnten Anke Hackethal und Sonja Gostomski in der Sitzung der Verbandsversammlung des Zweckverbandes Musikschule Greven-Emsdetten-Saerbeck jetzt berichten. „Wir sind gut durch die Krise gekommen“, so Musikschulleiterin Sonja von Gostomski. Die positiven Zahlen zum Jahresabschluss 2020 belegen ihre Einschätzung: Mit dem Jahresüberschuss werden die Ausgleichsrücklagen gestärkt.

Auch das Jahr 2021 war weiter durch die Pandemie bestimmt. „Der Lockdown 2021 ist aber weitgehend an der Musikschule vorbeigegangen. Uns ist es gelungen, einen Großteil des Unterrichts digital stattfinden zu lassen“, erklärte von Gostomski. „Es fehlte zwar der persönliche Kontakt, aber viele Schülerinnen und Schüler waren einfach nur dankbar, dass sie weiter musizieren konnten.“

Einzelunterricht war im Instrumentalbereich vielfach möglich, die Gruppenübungen durften nicht stattfinden. Dennoch konnte über das Jahr betrachtet die Zahl der Schüler wieder gesteigert werden. Waren es 2019 noch 1747 Musikschüler, die am Unterricht teilnahmen, stehen nach 1453 im Vorjahr nun wieder 1675 Schüler in der Statistik.

„Über neue Formate ist es uns gelungen, die Kinder bei der Stange zu halten“, sagte die Schulleiterin und lobte insbesondere die engagierten Lehrer, die im JeKits-Programm unermüdlich unterwegs waren. „Jedem Kind ein Instrument, Tanz und Stimme“ kam auch mit dem erforderlichen Abstand in den Grundschulen der beteiligten Kommunen sehr gut an. Über 100 Kinder konnten über das für sie kostenfreie Programm an die Musik herangeführt werden. „Ein großes Dankeschön“ sagten die Mitglieder der Vertreterversammlung für die engagierte Arbeit des Musikschulteams unter herausfordernden Bedingungen.

Um die Kosten der Einrichtung zu tragen, liegt der Zuschuss im Jahr 2021 bei 9,15 Euro pro Bürger (Vorjahr 9,70 Euro). Der Kostendeckungsgrad durch die Gebühren beträgt 37,51 Prozent. Wenn man die Landesförderung für das Jekits-Programme hinzurechnet, liegt er bei 42,26 Prozent.

Mit Blick in den Haushalt für 2022 ist insbesondere mit steigenden Personalkosten zu rechnen. Deshalb ist eine moderate Gebührenerhöhung um zwei Prozent geplant.

„Wir sind ein kundenorientiertes Unternehmen“, betonte Sonja von Gostosmski. Deshalb seien Erreichbarkeit und Sichtbarkeit der Musikschule in Greven, Emsdetten und Saerbeck ein wichtiges Thema. Da helfe die Digitalisierung, allerdings habe das hoch gepriesene, speziell für Musikschulen entwickelte neue Verwaltungsprogramm noch mit Startschwierigkeiten zu kämpfen.

Eine deutliche räumliche Verbesserung werde es jetzt in Emsdetten geben. An der Paul-Gerhardt-Schule bekommt die Musikschule ein neues Domizil. Und auch in Saerbeck sei es das Ziel, wahrnehmbarer zu werden. Eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Schulen aller Kommunen ist angestrebt. Über die Musikschuloffensive NRW konnten Lehrkräfte für Kontrabass und Gesang verpflichtet werden.

„Wir gehen vorsichtig optimistisch in die Zukunft“, so die Musikschulleiterin. „Unser Angebot wird stark nachgefragt. Die Leute rennen uns die Bude ein. Die Statistik für 2021 geht in allen Orten fast auf das Vor-Corona-Niveau“, sagte von Gostomski.

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