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Reinhard Niehaus ist überzeugter Nutzer von Bus und Bahn

„Müssen alles tun, was möglich ist“

Saerbeck

Während alle Welt über das Neun-Euro-Ticket spricht, muss man Reinhard Niehaus die Vorzüge von Bus und Bahn nicht erklären. Der Buchhändler aus Greven fährt seit 23 Jahren mit dem Bus zu seiner Buchhandlung „Buch mehr“ in Nordwalde oder in Saerbeck.

Buchhändler Reinhard Niehaus ist überzeugter Nutzer von Bus und Bahn. Foto: Privat

Der Buchhändler, der gerne mit dem Bus fährt Während alle Welt über das Neun-Euro-Ticket spricht, muss man Reinhard Niehaus die Vorzüge von Bus und Bahn nicht erklären.

Wenn der Buchhändler aus Greven morgens zu seiner Buchhandlung „Buch mehr“ nach Nordwalde fährt oder am Donnerstagnachmittag und an jedem zweiten Samstag im Monat die Buchhandlung gleichen Namens in Saerbeck – geführt von ihm und seiner Tochter Esther – ansteuert, dann setzt er sich nicht ins Auto. Sondern fährt mit dem Bus. Und das nicht erst seit kurzem, sondern schon seit Gründung der Buchhandlung in Saerbeck vor 23 Jahren. Damit ist er wahrhaftig ein Klimaheld.

Ganz genau sind es sogar schon 25 Jahre, in denen Niehaus für den Weg zum Arbeitsplatz die öffentlichen Verkehrsmittel nutzt, denn bevor er mit seiner vor drei Jahren verstorben Frau Gisela „Buch und mehr“ in Saerbeck gründete, war er in Münster bei einem Verlag tätig. Mit dem Auto in die notorisch verstopfte Westfalenmetropole pendeln? Ach nein, dann lieber den Bus nehmen.

Bei dieser Entscheidung ist Niehaus geblieben. Die Buslinien von Greven nach Nordwalde und Saerbeck sind bequem und praktisch. Die Haltestellen liegen in Laufweite der Haustür oder der Ladentüren, und wenn der Buchhändler am Donnerstag vom Nordwalder zum Saerbecker Geschäft unterwegs ist, muss er dafür nicht einmal umsteigen. Fahrzeiten und Fahrplan passen: „Die Busse fahren im Stundentakt und von Nordwalde nach Saerbeck brauche ich keine halbe Stunde. Damit bin ich mehr als zufrieden“, sagt Reinhard Niehaus.

Unterwegs hat er Zeit zum Entspannen und für Gespräche, „denn man lernt natürlich andere Stammgäste im Bus kennen.“ Der Buchhändler nimmt den Bus aber nicht nur, weil es so praktisch und bequem ist. Niehaus will auch etwas für den Klimaschutz tun. „Wenn ich mit meiner Lebenserfahrung von 73 Jahren zurückschaue, dann sehe ich: Unser Klima hat sich völlig geändert.“ Deshalb ist für ihn klar: „Wir müssen alles tun, was möglich ist.“

Dafür verzichtet Niehaus sogar auf möglichen Umsatz. Am Donnerstag schließt „Buch mehr“ schon eine viertel Stunde eher als üblich, nämlich um 17.30 Uhr. So kann Reinhard Niehaus in Ruhe den Kassenschluss machen, den Laden abschließen und um 17.51 Uhr den Bus nach Greven erreichen. Die Kunden haben dafür Verständnis.

Seine Freude am Busfahren hat er übrigens an die junge Generation weitergegeben. Sein Abo 60plus gilt für das gesamte Münsterland und so sind Busse und Bahnen die erste Wahl bei Ausflügen mit seinem Enkel. Niehaus: „Ich kenne keinen Vierjährigen, der daran so viel Spaß hat.“

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