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Omikron-Welle

Wie sich Feuerwehr, Bauhof und Verwaltung wappnen

Saerbeck

Feuerwehr und Bauhof gehören wie Polizei, Krankenhäuser und Energieversorger zur sogenannten kritischen Infrastruktur. Mit der zunehmenden Ausbreitung der Omikron-Variante wächst die Sorge, dass personelle Lücken entstehen. Auch wenn die Lage bislang entspannt ist, wappnen sie sich gegen dieses Szenario.

Von Katja Niemeyer

„Kritische Infrastruktur“: Freiwillige Feuerwehr, Bauhof – er muss unter anderem den Winterdienst sicherstellen – und Kläranlage. Angesichts der drohenden Omikron-Welle wurden vielerorts Notfallpläne nachgeschärft. Auch im Rathaus. Viele Mitarbeiter arbeiten von zu Hause. Wer ins Büro kommt, testest sich zuvor regelmäßig. Foto: fks

Allein zwischen zwischen dem 23. August und dem 2. Weihnachtstag wurden für Saerbeck 15 neue Corona-Fälle gemeldet. Ob sich die Infizierten mit der Omikron-Variante angesteckt hatten, weiß man nicht. Fakt ist, dass sich die Mutation auch in Nordrhein-Westfalen ausbreitet. Anlass für den Bauhof und die Freiwillige Feuerwehr, ihre Notfallpläne nachzujustieren. Wie Polizei, Krankenhäuser und Energieversorger gehören sie zur sogenannten kritischen Infrastruktur. Mit der zunehmenden Ausbreitung der Omikron-Variante wächst die Sorge, dass personelle Lücken entstehen. Auch wenn die Lage bislang entspannt ist, wappnen sie sich gegen dieses Szenario.

Die Freiwillige Feuerwehr Saerbeck etwa hat ihren Notfallplan nachgeschärft. So berichtet es ihr Leiter Udo Meiners. Der Plan, sagt er, sei zu Beginn der Pandemie vor knapp zwei Jahren erstellt worden. Seither wurde er immer wieder angepasst. Obererstes Ziel sei es, zu verhindern, dass die gesamte oder große Teile der Truppe coronabedingt ausfallen. Hierfür hat Meiners die Freiwilligen in Teams eingeteilt, die sich möglichst nicht begegnen. Übungen, die sonst alle zwei Wochen stattfinden, wurden vorerst aus dem Terminkalender gestrichen, Besprechungen aufs Nötigste reduziert. Theoretische Unterweisungen finden in Videokonferenzen statt. Bei Einsätzen, sagt er, fahren jetzt nur noch sechs – statt neun – Kameraden in einem Fahrzeug mit. „Dann nehmen wir lieber ein zweites Auto mit“, so Meiners.

Auch beim Bauhof ist man vorbereitet auf die mittlerweile fünfte Welle. Es gehe darum, sagt Saerbecks Corona-Krisenstabsleiter Jürgen Hölscher, zu gewährleisten, dass zum Beispiel im Fall der Fälle der Winterdienst funktionieren kann. Hierfür wurden die Mitarbeiter in Teams aufgeteilt, um den Betrieb auch bei einer größeren Erkrankungswelle aufrechterhalten zu können.

Zur „kritischen Infrastruktur“ gehört auch die Kläranlage. Drei Gemeindemitarbeiter kümmern sich im Wechsel darum, dass sie läuft. Seit Corona wurden die Dienste so gelegt, dass sie sich nicht begegnen. So soll sichergestellt sein, dass bei einem Ausbruch zumindest ein Fachmann zum Beispiel das Wasser testen und gegebenenfalls Störungen beheben kann.

In der Gemeindeverwaltung arbeiten schon seit Längerem zahlreiche Mitarbeiter von zu Hause. Laut Hölscher ist rund die Hälfte der Belegschaft im Homeoffice. Manche Jobs können aber schlichtweg nicht am heimischen Schreibtisch gemacht werden. Das betrifft zum Beispiel die Bearbeitung von Personalausweis-Anträgen. Auch im Sozialamt ist es oftmals erforderlich, vor Ort zu sein.

Die Verwaltung insgesamt ist davon abhängig, dass ihre Informations- und Kommunikationstechnik funktioniert. Zwei Mitarbeiter sind für diesen Bereich zuständig. Auch sie, so berichtet Hölscher, arbeiten auf Abstand. Zusätzlich zum Abstandsgebot, ergänzt er, ließen sich die Verwaltungsmitarbeiter, bevor sie morgens ins Rathaus kommen, regelmäßig testen.

Ihre Notfallpläne angepasst haben auch die Stadtwerke Lengerich. Um die Versorgung mit Strom und Gas sicherzustellen, wurden ebenfalls Teams gebildet, erklärt deren Sprecher Johannes Beckering.

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