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Ausbildungsstart 

Wie Ak Tronic sein Personalauswahlverfahren coronagerecht umgestellt hat

Saerbeck

In den Bezirken der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen und der Handwerkskammer Münster haben am Montag insgesamt rund 10 100 junge Menschen mit ihrer Ausbildung begonnen. Darunter auch sechs Azubis, die bei der Saerbecker Firma Ak Tronic in ihr berufliches Leben starten. 

Von Katja Niemeyer

Personalerin Theresa Greiling (l.) begrüßte Gentijana Kameri, Julia Unrau, Kayla Hüser, Wilhelm Flat, Fynn Eggert und Julius Möllerherm (v.l.) als neue Auszubildende bei der Saerbeckerk Firma Ak Tronic. Foto: AK Tronic

In den Bezirken der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen und der Handwerkskammer Münster haben am Montag insgesamt rund 10 100 junge Menschen mit ihrer Ausbildung begonnen. Darunter auch sechs Azubis, die bei der Saerbecker Firma Ak Tronic in ihr berufliches Leben starten. Anders als ihre Vorgänger, die ein analoges Auswahlverfahren durchliefen, hatten sie zunächst nur online Kontakt mit ihrem zukünftigen Arbeitgeber. Grund ist die Corona-Pandemie, die das Unternehmen, wie Personalerin Theresa Greiling erläutert, dazu veranlasste, das Auswahlverfahren zumindest teilweise zu digitalisieren, um Kontakt- und Abstandsregeln einzuhalten.

So hatte die Personalabteilung etwa zunächst einen Link zu einem Einstellungstest an die Bewerberinnen und Bewerber verschickt, die in die erste Auswahlrunde gekommen waren. An ihrem heimischen PC klickten sie sich durch Grammatikfragen, absolvierten Rechtschreibprüfungen und lösten Matheaufgaben. „Das hat sehr gut geklappt“, findet Greiling. Sogar so gut, dass die Tests auch nach Corona digital durchgeführt werden sollen, denn sie sparen Zeit und sind somit effektiver.

Wer bei den Tests am meisten überzeugte, wurde zu einem ersten Vorstellungsgespräch per Video eingeladen. Dabei stellten sich die Bewerber vor, skizzierten ihren Werdegang, stellten Fragen und erläuterten, warum sie sich bei dem Großhandelsbetrieb für PC- und Konsolenspiele beworben haben. Auf der anderen Seite der Leitung saßen Personaler und ein Geschäftsführer, um sich ihrerseits vorzustellen.

„Das war für uns auch eine spannende Erfahrung“, sagt Greiling. Bewerbern rät sie, bei solchen Videogesprächen auf eine ruhige Umgebung zu achten und sich, wie bei Gesprächen vor Ort, vorzubereiten und Fragen zu stellen.

Erst in der letzten Runde lud Ak Tronic die Kandidaten ins Firmengebäude ein. „Ohne persönliche Gespräche geht es nicht“, lautet das Fazit der Personalerin. Einige Bausteine im Auswahlverfahren, das habe die Pandemie gezeigt, könnten aber ohne Weiteres durch Online-Tools ersetzt werden.

An ihren ersten beiden Arbeitstagen wurden die neuen Auszubildenden durch den Betrieb geführt, sie lernten die unterschiedlichen Abteilungen kennen und erhielten eine Sicherheitsunterweisung. Auch eine erste IT-Schulung stand auf dem Programm. Damit sie sich untereinander besser kennenlernen konnten, war eine Rätselbox mit Krimigeschichte bestellt worden. Es ging darum, Schlösser zu öffnen und Codes zu knacken, um am Ende den Täter zu finden.

Es sind Angebote wie diese, mit denen sich Arbeitgeber in Zeiten fehlender Fach- und Nachwuchskräfte attraktiv machen wollen. Zwar konnte Ak Tronic seine sechs Ausbildungsplätze besetzen. Aber es ist schwieriger geworden. 87 Bewerbungen waren bei der Firma eingegangen und damit weit weniger als früher, wie Greiling betont.

Auf dem Parkplatz des 180-Mitarbeiter-Betriebes steht seit einigen Jahren ein Azubi-Fahrzeug. Das weiße E-Auto darf für jeweils eine Woche fahren, wer bei einer Klausur in der Berufsschule eine 1 geschrieben hat. Der Wagen, sagt Greiling, ist eigentlich immer unterwegs.

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