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Saerbecker Energiegespräche über E-Autos

Stellschraube für den Klimaschutz

Saerbeck

Elektromobilität ist ein spannendes Tehma. Bei den Saerbecker Energiegesprächen waren 94 Teilnehmer hoch interessiert.

Bei der Reichweite von E-Autos hat die Technik mittlerweile Fortschritte gemacht. Foto: AP

Das Thema Elektromobilität gerät mehr und mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Jüngstes Beispiel: Das Saerbecker Energiegespräch über den aktuellen Sachstand der E-Mobilität. 94 Teilnehmende interessierten sich für den Online-Vortrag von Professor Christof Wetter.

Laut Pressemitteilung ist das eine neue Bestmarke im Format der Energiegespräche. „Wir freuen uns über das große Interesse, das uns zeigt: Wir sind auf dem richtigen Weg, wenn es um die Wahl der Themen geht“, betont Johannes Dierker von Seiten des Fördervereins Klimakommune, der die Saerbecker Energiegespräche gemeinsam mit Judith Stander Dulisch organisiert.

Professor Christof Wetter (FH Münster) führte mit vielen Fakten und Zahlen in das Thema ein. Wie wichtig eine Mobilitätswende ist, macht allein schon der Anteil des Verkehrs am Energieverbrauch in Deutschland deutlich. Er liegt mit 30 Prozent noch vor dem Verbrauch der Industrie (29 Prozent). Deshalb ist der Umstieg auf den elektrischen Antrieb ein deutlicher Faktor, um den CO2 -Ausstoß zu senken. Dieser Umstieg wird zunehmend praktikabel, denn die Technik hat große Fortschritte gemacht, etwa bei der Reichweite von E-Autos.

Hier riet Prof. Wetter zu einem Blick auf die Zahlen: Durchschnittlich werden in ländlichen Regionen mit dem Auto 40 Kilometer pro Tag zurückgelegt, 90 Prozent der Strecken, die Pendler zum Arbeitsplatz fahren, sind kürzer als 50 Kilometer. Die Reichweite von E-Autos (2020 im Durchschnitt 403 Kilometer) ist allemal ausreichend.

Mit weiteren Vorurteilen wurde im Online-Vortrag aufgeräumt: Betriebskosten und Wartungsaufwand von E-Autos sind fast um 50 Prozent geringer als bei Verbrennern. Ab einer Laufleistung von etwa 40 000 Kilometern ist der elektrische Antrieb klimafreundlicher als ein Diesel. Lithium, wichtiger Grundstoff in den Batterien, wird inzwischen umweltfreundlicher abgebaut und lässt sich wirtschaftlich recyceln.

Kritischer ist die Gewinnung von Kobalt zu betrachten. Es gibt aber bereits erste Batterien ohne Kobalt. Allerdings: Es bleiben noch Herausforderungen, etwa in der Ladeinfrastruktur und der Frage der vollständigen Recyclingfähigkeit von E-Autos. Und: Der Anteil an E-Autos wächst, aber das Wachstum könnte kräftiger sein.

Klar ist: Die Mobilität ist eine der wesentlichen Stellschrauben für den Klimaschutz. Dabei geht es nicht nur um einen Wechsel der Antriebstechnik: „Verkehrswende bedeutet nicht nur die Umstellung des Energieträgers, sondern eine bessere und nachhaltigere Mobilität bei stark reduzierter Anzahl von Fahrzeugen“, so Prof. Wetter. Deshalb sollten auch öffentliche Verkehrsmittel in den Fokus genommen werden.

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