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Startschuss für Glasfaser-Ausbau in den Außenbereichen und im Gewerbegebiet Nord I

Superschnelles Internet für (fast) alle

Saerbeck

Am sogenannten Point of Presence, der Verteilstation für das Glasfasernetz, das in den Außenbereichen von Saerbeck spinnenförmig verlegt wird, war am Mittwochnachmittag erster Spatenstich. Bis Ende 2022 sollen rund 75 Kilometer Kabel verlegt werden. Kostenpunkt: Rund 2,5 Millionen Euro, 90 Prozent fließen aus Fördertöpfen des Bundes und des Landes, zehn Prozent stellt die Gemeinde zur Verfügung.

Von Katja Niemeyer

Erster Spatenstich für den Glasfaser-Ausbau in den Außenbereichen mit Nico Menebröcker (Gemeinde Saerbeck), Landrat Dr. Martin Sommer, Bürgermeister Dr. Tobias Lehberg, Torsten Höpfner (Deutsche Glasfaser), Ingmar Gebhardt (Breitband-Koordinator Kreis Steinfurt) und Bernd Rose (Tiefbauunternehmen Grethen) (v.l.). Foto: Katja Niemeyer

An der Westladbergener Straße 3 fiel am Mittwochnachmittag der Startschuss für ein schnelles Internet in den Außenbereichen der Gemeinde und im Gewerbegebiet Nord I. Laut (vorläufigem) Zeitplan sollen bis Ende 2022 rund 75 Kilometer Glasfaser in die Erde gebracht werden.

„Dies ist eine Infrastrukturleistung, die uns zur Landwirtschaft 3.0 bringt“, sagte Saerbecks Bürgermeister Dr. Tobias Lehberg beim symbolischen ersten Spatenstich am so genannten Point of Presence (PoP). Von der Hauptverteilstation wird sich das Netz spinnenförmig verzweigen. Sie ist Teil des „Backbones“ (zu Deutsch Rückgrat), der zentralen Infrastruktur des Netzes, die entlang der Westladbergener Straße bis zum Kanal führt.

Für den Ausbau wurden die Außenbereiche in vier Untergebiete unterteilt. Schon in den kommenden Tagen rollen die Bagger in dem Gebiet Andruper Weg/Südhoek an. Westladbergen, der nord-östliche Dorfrand und Sinningen/Middendorf folgen nacheinander. Sind in einem Gebiet die Kabel verbuddelt, sollen die Anschlüsse aktiviert werden. So sieht es der Bauzeitenplan vor.

Laut Torsten Höpfner von der Deutschen Glasfaser, die mit dem Ausbau beauftragt wurde, werden zum Baustart fünf bis sechs Kolonnen mit jeweils zwei bis drei Mitarbeitern tätig sein. Bevor die Arbeiten vor ihrer Haustür beginnen, würden Anlieger jeweils schriftlich über den Termin informiert.

Für die Versorgung der Bauerschaften und der Unternehmen im Gewerbegebiet Nord I mit Breitband werden rund 2,5 Millionen Euro investiert. 50 Prozent der Kosten fließen aus einem Fördertopf des Bundes, 40 Prozent der benötigten Mittel stellt das Land NRW zur Verfügung. Die Gemeinde steuert die übrigen zehn Prozent, also rund 250 000 Euro, bei. Insgesamt sind es fast 300 Haushalte, die sich per Vertrag mit der Deutschen Glasfaser an das schnelle Netz anschließen lassen könnten. Dies haben bislang 35 Prozent getan. Höpfner, der sich bei der Deutschen Glasfaser um den Bereich Förderung kümmert, hofft, dass sich die Quote noch erhöht. Erst wenn 40 Prozent der Haushalte Kunde werden, rechne sich der Auftrag für das Borkener Unternehmen.

Landrat Dr. Martin Sommer wies in seiner Ansprache darauf hin, dass Saerbeck die letzte Kommune im Kreis Steinfurt ist, für die jetzt in den Außenbereichen der geförderte Ausbau beginnt. Das Vorhaben sei ein „großer logistischer Akt“ gewesen. Die Klimakommune ist Teil eines gemeinsamen Förderprojektes unter Federführung von Neuenkirchen, an dem insgesamt sechs Gemeinden beteiligt sind.

Lehberg hatte zuvor ausgeführt, dass die ersten Förderanträge bereits im September 2016 gestellt worden waren. Der endgültige Zuwendungsbescheid habe drei Jahre später vorgelegen. „Das war ein steiniger, sehr formalisierter Prozess“, sagte der Bürgermeister.

Auch im Gewerbegebiet Schulkamp können die bunten Glasfaser-Kabel bald verlegt werden. Wie Nico Menebröcker vom Bauamt berichtete, liegt seit Kurzem ein Förderbescheid vor. Für das neue Gewerbegebiet Nord II ist derweil ein privatwirtschaftlicher Ausbau vorgesehen. Dort will die Deutsche Telekom dafür sorgen, dass jeder Arbeitsplatz schnelles Internet zur Verfügung hat.

Landrat Sommer geht davon aus, dass in Saerbeck demnächst 93 Prozent der Haushalte per Glasfaser superschnell durchs Internet surfen. Zum Vergleich: Bundesweit verfügen laut Ingmar Gebhardt, Breitband-Koordinator des Kreises, bislang nur 15 Prozent der Haushalte über einen Glasfaser-Anschluss.

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