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Sanierte Toiletten und neue Apple-Monitore: Politik informiert sich über Investitionen in Schulen

WC wird zur Wohlfühl-Oase

Saerbeck

WC zum Wohlfühlen und Klassenräume mit Apple-Monitoren – die Politik hat sich über Investitionen in die Saerbecker Schulen informiert.

Von Katja Niemeyer

Bei einem Rundgang durch die Maximilian-Kolbe-Gesamtschule nahmen Mitglieder des Schulausschusses zwei sanierte Toilettenräume sowie die neu angeschafften Apple-Monitore unter die Lupe. Foto: Katja Niemeyer

Musik aus dem Lautsprecher, Wände und Türen mit Natur-Motiven und kontaktlose Wasserhähne und Urinale – die beiden Toiletten, eine für Mädchen, eine für Jungen, im Erdgeschoss der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule (MKG) sind ohne Frage eine Wohlfühl-Oase geworden.

Und so staunten die Mitglieder des Schulausschusses am Dienstagabend während einer Besichtigungstour nicht schlecht, als sie das Ergebnis der rund 110 000 Euro teuren Sanierung der beiden sanitären Anlagen in Augenschein nahmen. „Da kommen die Schüler gar nicht mehr zurück in den Unterricht“, warf jemand ein und erntete Gelächter.

Die Besichtigung hatte auf der Tagesordnung der Ausschusssitzung gestanden, die zu diesem Zweck in die Gesamtschule verlegt worden war. Auch die neu angeschafften Monitore wurden bei dem Rundgang von MKG-Leiter Maarten Willenbrink sowie von Sarah Ortmeier, Leiterin der St.-Georg-Grundschule, präsentiert.

Bauamtsleiter Andreas Bennemann erinnerte daran, dass der Zustand der Toiletten von vielen Schülern kritisiert wird. Das hatte eine Umfrage ergeben. Eine Schülerin habe dabei angegeben, dass sie nichts trinke in der Schule, um einen Gang aufs WC zu vermeiden. Sogar der Wunsch nach einer neutralen Geräuschkulisse sei geäußert worden, weshalb im Zuge der Arbeiten auch Lautsprecher angebracht wurden. Welche Musik demnächst ertönen wird, darüber will sich die Schülervertretung Gedanken machen.

Für die Investition waren anfangs 90 000 Euro veranschlagt worden. Dass der Betrag um 20 000 Euro überschritten wurde, liege an den Sondermaßnahmen, erläuterte Bennemann. Weitere Posten auf der Rechnung waren die Sanitär- und Elektrotechnik, die Armaturen, die Türen mit besonderer Optik (2500 Euro je Tür) sowie die Lüftungsanlage.

Die Investition, davon ist er überzeugt, sei aber gerechtfertigt. „Wenn die Schüler sich wohlfühlen, kommt keine Aggression auf. Womit auch Vandalismus vermieden wird“, sagte der Bauamtschef. Bei knapp 1000 Schülern, die die MKG besuchen, müsse man von rund 500 Toilettengängen je WC-Anlage ausgehen.

In einem Klassenraum bewunderten die Ausschussmitglieder sodann einen großen Apple-Monitor, der an der Wand hinterm Pult hängt. In gewisser Hinsicht ersetzt das Gerät die mobile Tafel, die hier etwas an die Seite gerückt wurde. Den Monitor, erläuterte Willenbrink, „können die Schüler und Schülerinnen mit iPads anspielen“.

Insgesamt 150 solcher Tablets hat die Schule derzeit zur Verfügung. Bei Bedarf können sie von den Lehrern für eine Unterrichtsstunde gebucht werden.

Insgesamt 77 Apple-Monitore sind angeschafft worden, knapp 60 für die MKG, die übrigen wurden in den Räumen der Grundschule installiert. Rund zehn Geräte würden noch nachgeliefert, berichtete Gebäudemanager Ludger Greiling.

Zusätzlich wurden die Schulen jetzt flächendeckend mit WLAN ausgestattet. 8000 Meter Kabel seien hierfür verlegt worden, veranschaulichte Greiling den Aufwand, der für die Digitalisierung der Schulen betrieben wurde.

Mit dem Ergebnis zeigten sich Willenbrink und Ortmeier so auch mehr als zufrieden. „In Summe ist das ein tolles Paket. Wir fühlen uns gut aufgestellt“, sagte der MKG-Leiter. Und seine „Kollegin“ von der Grundschule ergänzte: „Wir sind uns bewusst, dass das nicht selbstverständlich ist.“

Für die Monitore und für die neue technische Infrastruktur wurden insgesamt 362 000 Euro ausgegeben. 90 Prozent der Kosten wurden mit Mitteln aus dem Digitalpakt Schule gestemmt.

Monitore und iPads dienen Schülern und Lehrern derzeit vor allem dazu, um über die Schulverwaltungssoftware iserv etwa per Video oder E-Mail zu kommunizieren. Auch Aufgaben können darüber gestellt werden. Darüber hinaus können die Schüler mit den Geräten Dateien anlegen und Powerpoint-Präsentationen erstellen.

Laut dem stellvertretenden MKG-Schulleiter Dominik Jäger sollen in Kürze weitere Anwendungsmöglichkeiten ausgewählt und erprobt werden. Damit alle Lehrer und Lehrerinnen die neue Technik anwenden können, fänden interne, niederschwellige Fortbildungen statt.

Der Wille, verstärkt digitale Medien in den Unterricht einzubauen, sei groß, betonten Willenbrink und Ortmeier unisono. Was nicht zuletzt an der Corona-Pandemie liege, infolge derer die Schüler bekanntlich über lange Zeit zu Hause unterrichtet werden mussten. In der Hinsicht „hat uns Corona in die Hände gespielt“, sagte Willenbrink. Ohne Corona hätte er „mehr Gegenwind“ auf dem Weg zu einem digitalisierten Unterricht erwartet.

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