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Gerüchte um den Gesundheitscampus

„Absolut im Zeitplan“

Borghorst

Wie geht es auf dem Gelände für den Gesundheitscampus weiter? Gerüchte, das Projekt sei gescheitert, weist Investor Stefan Gräf entschieden zurück. Verzögerungen gibt es hingegen schon.

Von Axel Roll

Kies und Schotter bilden auf dem ehemaligen Kock-Gelände eine Hügellandschaft inklusive Regenwassersee. Nach der jüngsten Aussage von Investor Stefan Gräf soll im August mit den Kanalarbeiten begonnen werden. Foto: Axel Roll

Die Anfragen in der Redaktion, wann denn die Badeanstalt auf dem alten Websaal-Gelände eröffnet, sind natürlich nicht ernst gemeint. Was sie allerdings ausdrücken, ist die Sorge, dass es mit dem 120-Millionen-Projekt in Borghorsts Mitte vielleicht nichts wird. Auf dem 25 000-Quadratmeter-Grundstück ist derzeit nichts zu sehen außer einer mit Regenwasser gefüllten Baugrube, die in der Tat einen vorzeigbaren Swimmingpool abgeben würde, sowie eine Hügellandschaft aus Schutt und Kies.

Investor Stefan Gräf sieht aber keinen Anlass zur Sorge: „Trotz gestiegener Baukosten und Lieferengpässen sind wir absolut in unserem Zeitplan für den Mauritius Health & Care Campus“, lässt er auf Anfrage dieser Zeitung durch seine Sprecherin Britta Berger ausrichten.

Dieser Zeitplan hat sich aber offensichtlich verschoben. Nach hinten. Im Mai lautete nämlich die Antwort von Jennifer Gräf auf die Frage, wann es denn mit dem Hochbau losgehe, „in der zweiten Jahreshälfte“. 2022 wohlgemerkt. In der Mail vom Donnerstag an die Redaktion ist jetzt von Frühjahr 2023 die Rede. Dann starte „voraussichtlich“ der Hochbau.

Insgesamt, so die Berliner IGP, schritten die Planungen für den Gesundheitscampus planmäßig voran. Am 30. Juni habe die Unternehmensgruppe die Baugenehmigung für den Wohnbereich erhalten, der an der Arnold-Kock-Straße gegenüber den Drei-Stock-Häusern am Göckenteich entstehen soll. Die Baugenehmigung für den Pflegebereich erwarte die IGP in der zweiten August-Hälfte. Bagger werden nach Auskunft von Stefan Gräf im Herbst anrücken. Gerade würden die Kanalarbeiten vergeben, die Rohre sollen im Herbst verlegt werden.

Anfang Mai hatte der Investor damit gerechnet, den Mischwasserkanal in eineinhalb bis zwei Monaten, also spätestens bis Anfang Juli, verlegen zu können. Der Kanal soll an Arnold-Kock- und neuer Rubensstraße in die Erde kommen. Diese Bauarbeiten sind notwendig, um mit dem Hochbau starten zu können.

Einen Betreiber für das Herz der Anlage, die Rehabilitationsklinik, die in erster Linie die Patienten des benachbarten Marienhospitals aufnehmen soll, ist immer noch nicht gefunden, räumt die IGP ein. Sie sei aber „mit passenden Betreibern in Gesprächen“. Falle eine Entscheidung, werde das Unternehmen umgehend informieren. Verhandlungen mit der Eifelhöhenklinik waren gescheitert, weil keine Einigung „hinsichtlich des Abschlusses eines Mietvertrages gefunden“ werden konnte, wie Jennifer Gräf im Mai sagte.

Die Ehefrau des Investors hatte damals schon gewarnt, dass die Baukostensteigerungen in der Branche auch nicht spurlos am Gesundheitscampus vorbeigingen. Mit dem Partnerunternehmen MBN arbeite man aber daran, die Kostensteigerungen zu kompensieren. Die IGP rechnete im Mai mit Preissteigerungen von 15 bis 25 Prozent je nach Gewerk gegenüber der ursprünglichen Kalkulation aus 2021. Diese Preissprünge müssten in großen Teilen an die Mieter weitergegeben werden.

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