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Studentisches Team aus Steinfurt landet bei Turnier in Mannheim ganz weit vorne

Agrar-Roboter räumt ab

Steinfurt

Durch Felder fahren, ohne Pflanzen zu beschädigen, bestimmt Pflanzensorten erkennen und unterscheiden – für Ceres II, einen Agrar-Roboter, den FH-Studierende aus Steinfurt entworfen haben, ist das kein Problem. Bei einem Wettbewerb räumte der kleine Roboter richtig ab. Und doch entdeckten die Studierenden noch eine Schwachstellen, die es nun nachzubessern gilt.

Mit ihrem Agrarroboter Ceres II haben die Studierenden der FH Münster beim Field Robot Event in Mannheim in fast allen Kategorien sehr gut abgeschnitten: (v.l.) Marc Philipp Funcke, Jannis Wagner, Constantin Eckes und Natalie Peracha. Foto: FH Münster/Natalie Peracha

Wer zur Arbeit raus aufs Feld geht, macht sich dreckig. Das gilt für Menschen ebenso wie für Roboter. Und deshalb befindet sich Ceres II, der Agrarroboter eines studentischen Teams vom Fachbereich Maschinenbau an der FH in Steinfurt, jetzt auch erstmal in der Reinigung. Denn Ceres II kommt frisch vom Acker. Konkret: vom Field Robot Event in Mannheim.

Dort ist das Team gleich in mehreren Disziplinen jeweils unter den drei besten gelandet. Einen ersten, einen zweiten und zwei dritte Plätze hat die Mannschaft belegt – und baut ihren Roboter deshalb jetzt erst einmal auseinander, um ihn einer Grundreinigung zu unterziehen und von Staub- und Schmutzresten zu befreien.

Felder abfahren, ohne Pflanzen zu beschädigen

An ihrem Agrarroboter arbeitet die Gruppe um Jannis Wagner, Marc Philipp Funcke, Natalie Peracha und Constantin Eckes unter Leitung von Prof. Dr. Jochen Korn und Matthias Nießing bereits seit mehreren Jahren. Ein Highlight jeden Sommers ist dabei das Field Robot Event, das 2022 nach zweijähriger coronabedingter Pause erstmals wieder in Präsenz stattgefunden hat. Eine Premiere für Ceres II, denn dieser ist seit der Pandemie in Entwicklung und durfte nun erstmals unter realen Bedingungen raus ins Freie. „Es war toll, mit dem Roboter endlich loszufahren und zu sehen, dass er funktioniert hat“, freut sich Wagner. „Und es ist super, dass er gleich so gut funktioniert hat.“

Der Wettbewerb war zweigeteilt: Er fand einerseits auf dem echten Acker, andererseits aber auch virtuell statt. Dort mussten die Roboter beziehungsweise ihre digitalen Ebenbilder eigenständig nach vorgegebenen Mustern durch die Reihen der Felder fahren, ohne die Pflanzen dabei zu beschädigen. In dieser Disziplin – der „Navigation“ – belegte das Steinfurter Team den ersten Platz auf dem echten und den zweiten auf dem simulierten Feld.

Kontakt zu Landwirtschaftsfirmen knüpfen

„Mapping and Removal“ beziehungsweise „Sensing and Mapping“ hieß die zweite Disziplin – wiederum unter realen und simulierten Bedingungen. Der Roboter musste auf dem Feld Löwenzahnpflanzen und Blechdosen erkennen, sie voneinander unterscheiden und anschließend auf einer Karte markieren. Hier belegte die FH Steinfurt zweimal den dritten Platz.

Das Field Robot Event war in die DLG-Feldtage eingebettet – eine Landwirtschaftsmesse, bei der die Studierenden auch Kontakte zu einigen Firmen knüpfen konnten und gestaunt haben, wie die Robotik in der Landwirtschaft Einzug gehalten hat. „Es ging auf der Messe wirklich viel um Automatisierung in der Landwirtschaft. Früher hat dies nur einen kleinen Teil davon ausgemacht, jetzt gab es jede Menge dazu zu entdecken“, so Funcke. „Darüber hinaus ist es aber einfach schön, viele alte Bekannte auf dem Turnier zu sehen. Wenn die Teams abends noch an ihren Robotern arbeiten und diese im Dunkeln durch die Gegend fahren, ist es immer cool, auf dem Field Robot Event zu sein“, sagt Wagner.

Roboter besser gegen Staub schützen

Nach dem Wettbewerb ist vor dem Wettbewerb. Das Ceres-Team zieht seine Lehren aus dem Event und optimiert den Roboter weiterhin – denn in Mannheim haben sie gelernt, dass unter anderem der Staub von trockenem Boden den Ceres-Sensoren durchaus zu schaffen macht. „Wir hatten extra Plexiglas davor gebaut, doch der Staub war so fein, dass die Kamera dadurch die Gegenstände nicht mehr richtig erkennen konnte“, sagt Funcke. „Jetzt arbeiten wir daran, den Roboter noch besser auszurüsten.“

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