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Jazz-CD hat ein heißes Thema: Grillen

Alex Cordts‘ Spiel mit dem Feuer

Borghorst

Grillen und Jazz, eine absolut verrückte Kombination. Findet Alex Cordts gar nicht. Seine CD, die am Freitag erscheint, beweist, warum.

-ar-

Das Cover der neuen CD von Alex Cordts und seiner Allstar Bigband sagt alles: Es geht dort um die Wurst, genauer gesagt um die Grillwurst.

Es ist schon eine etwas gewagte Verbindung. Klar, die Jazzkantine, die schon vor fast 30 Jahren Assoziationen zwischen Essen und Musik hergestellt hat, ist bekannt. Aber wie kommen bitte schön Jazz und Barbecue thematisch zusammen? Für Alex Cordts alles kein Problem. Bei seinen Freunden in der alten norddeutschen Heimat heißt er auch „der Meistergriller von Friesland“. Damit ist seine Reputation an der Grillzange schon einmal bewiesen. Und die Expertise als Musiker noch unbestrittener. Der 35-Jährige ist in Steinfurt als Musiklehrer und Bandcoach der Musikfabrik bekannt. Weiterhin verdient er sich als Mitglied diverser Formationen was zu seinem Lebensunterhalt dazu. Beide Leidenschaften zusammengebracht ergeben die „BBQ-Edition“. Eine CD, die so heiß ist, dass sie am besten mit Grillhandschuhen ins Laufwerk geschoben wird.

Spaß beiseite. Und Fakten auf den Tisch. „Ich habe einfach versucht, meine beiden Professionen zu vereinen“, erklärt Cordts. So heißen die von ihm komponierten Stücke zum Beispiel „Surf and Turf“ oder „Hot Wings“. Eingespielt hat der Profimusiker seine Werke mit der „Alex Cordts Allstar Bigband“. Die besteht aus 13 Bläsern, Schlagzeug, Piano und Bass. Alles Freunde und Bekannte, mit denen Cordts schon häufiger mal zusammen gesmuckt hat. Seine persönliche Bandbreite ist dabei wenigstens so groß wie die zwischen Tofu-Würstchen und mariniertem Bauchspeck. Klassik ist genauso sein Ding wie Heavy Metal.

Professionelle Aufnahmen in einem Tonstudio kosten richtig Geld und sind vergleichbar mit einem fetten Steak vom Wagyu-Rind, um beim Grillen zu bleiben. Darum kam der Truppe ein Stipendium des Landes NRW sehr gelegen. Alex Cordts: „So konnten wir die Nummern alle in Osnabrück im Fattoria-Studio aufnehmen.“

Wie man auf so eine verrückte Idee kommt, knusprig braune Spareribs in Noten zu verwandeln? Schuld ist – wieder einmal – Corona. „Auftritte waren Mangelware. Da sucht man sich andere Betätigungsfelder“, erzählt der Bandleader, der in Enschede ein Jazz-Studium absolvierte und danach als Saxofon- und Klarinettenlehrer, Dirigent und Bandcoach im Münsterland unterwegs war. Cordts setzte sich an den Schreibtisch und schrieb Musik. Inspiriert von seiner Grill-Leidenschaft, die er während der Coronazeit ebenfalls noch intensiver ausleben konnte. An das nahrhafte Spiel mit dem Feuer kam der geborene Friese durch eine ein anderes Hobby: Der 35-Jährige reist gerne in die USA, besucht dort noch lieber Baseball und American-Footballspiele. Dort gehört Barbecue wie selbstverständlich dazu. Alex Cordts: „Da habe ich schnell gemerkt: Das will ich können.“

Wem es zu lästig ist, vor dem Einlegen der CD die Grillhandschuhe überzustreifen, kann die „BBQ-Edition“ auch bei den Streamingdiensten runterladen. Ohne sich die Finger zu verbrennen.

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