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Veränderungen in der Borghorster Gastronomie

Aus „Ello 1895“ wird „Schöken‘s Eck“

Borghorst

In der Borghorster Gastronomie steht eine Veränderung bevor – wobei die Auswirkungen der Pandemie eine große Rolle spielen: Das Restaurant „Ello 1895“ wird nach der Lockdown-bedingten Schließung nicht wiedereröffnen. Das gab Betreiber Mathias Elshoff jetzt bekannt. Einer der Hauptgründe: Elshoff findet nicht genügend Personal. Indes: Das bekannte Lokal wird weiterbetrieben – vom Besitzer der Immobilie, Georg Schoo.

Von Ralph Schippersund

Seit rund vier Jahren besteht das „Ello 1985“ Foto: Matthias Lehmkuhl

Erst komplette Schließung, dann strenge Auflagen – die Corona-Pandemie hat der Gastronomie viel abverlangt. Zwar darf die Außenbewirtung inzwischen wieder erfolgen und – dank weiter sinkender Inzidenz – gibt es auch im Innenbereich wieder eine Perspektive. Doch nicht alle Gastronomen haben die lange Durststrecke – trotz staatlicher Hilfen – so wegstecken können, wie sie es erhofft hatten.

Jüngstes Beispiel dafür ist das Restaurant „Ello 1895“: Am Wochenende hat Betreiber Mathias Elshoff von der gleichnamigen Landbäckerei in Nordwalde angekündigt, den beliebten Treffpunkt nicht nur bei jüngeren Borghorstern nach der Lockdown-Schließung nicht wieder zu öffnen. Rein finanziell hätte es Elshoff wohl noch stemmen können, die Gründe für die Schließung liegen neben dem familiären Bereich aber vor allem in dem Umstand begründet, dass es nicht gelungen ist, Personal für eine Wiedereröffnung zu finden. „Die Suche hat sich als sehr schwierig herausgestellt – und brachte uns schlaflose Nächte“, berichtet Elshoff in den sozialen Netzwerken über seine Anstrengungen, die letztlich ergebnislos verlaufen sind.

Thomas Hellwig, Pressesprecher NRW des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), weiß um die personalbedingten (Existenz-)Nöte der Branche. Die Crux sieht Hellwig vor allem darin, dass es bislang noch stets an einer „inzidenzunabhängigen Offenbleibe-Perspektive“ fehlt. Nur wenn diese verbindlich bestehe, habe die Branche die Chance, Arbeitskräfte, die zwischenzeitlich zu anderen Arbeitgebern abgewandert sind, zurückzugewinnen. Hellwig: „Je größer das Vertrauen, dass man dauerhaft als geringfügig oder sozialversicherungspflichtig Beschäftigter angestellt ist, desto größer die Chance, dass Stellen wieder besetzt werden können.“

Aber auch, wenn dies gelingt: Der Dehoga-Pressesprecher geht davon aus, dass gerade die Mitarbeitersuche auch nach der Pandemie weiter ein großes Problem sein wird. Aktuell sei es nicht abzusehen, wann und ob überhaupt die Branche wieder besser aufgestellt sein wird.

Immerhin eine gute Nachricht gibt es dann aber doch: Auch künftig wird es im „Ello“ ein Gastronomieangebot geben – wenn auch nicht mehr mit dem alten Betreiber und dem alten Namen. Laut Aussage von Mathias Elshoff wird dies Eigentümer Georg Schoo sein.

Der gebürtige Borghorster, der derzeit in Nordwalde ein Immobilienbüro betreibt, bestätigt dies auf Anfrage. Nach Umbaumaßnahmen sei es Ziel, im Laufe des Juli ein Bistro unter dem Namen „Schöken‘s Eck“ zu eröffnen. Damit schwenkt Schoo beruflich in die Gastronomiebranche um. Er zeigt sich gut vorbereitet – insbesondere auch personell: Er habe einen guten Freund als Koch engagiert, der über 40 Jahre Berufserfahrung verfügt. Und auch bei der leitenden Servicekraft an der Theke setzt Schoo auf langjährige Berufserfahrung.

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