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Monika Frieling geht in den Ruhestand

Bücherei-Urgestein nimmt den Hut

Steinfurt

An ihren ersten Arbeitstag in der Stadtbücherei erinnert sich Monika Frieling noch ganz genau: Am 15. Oktober 1988 nahm die Diplom-Bibliothekarin ihre Arbeit in Steinfurt auf. Nach zusammengerechnet fast 29 Jahren beendet die gebürtige Coesfelderin jetzt ihre berufliche Laufbahn.

Ralph Schippers

Fast 29 Jahre lang hat sie die Fäden in der Stadtbücherei gezogen, jetzt wartet der Ruhestand: Monika Frieling tritt einen neuen Lebensabschnitt an. Foto: Schippers

An ihren ersten Arbeitstag in der Stadtbücherei erinnert sich Monika Frieling noch ganz genau: Am 15. Oktober 1988 nahm die Diplom-Bibliothekarin ihre Arbeit in Steinfurt auf – als Elternzeitvertretung und damals noch in der Hohen Schule. „Im heutigen Empfangsraum des Kulturforums im Erdgeschoss war der Bibliothekssaal, ich hatte mein Büro im ersten Stock“, erinnert sich Frieling. Die Einrichtungsleitung als fest angestellte Kraft übernahm sie Anfang der 1990er-Jahre kurz nach dem Umzug zum heutigen Standort, dem Stadtweinhaus.

Nach zusammengerechnet fast 29 Jahren beendet die gebürtige Coesfelderin jetzt ihre berufliche Laufbahn. Am Samstag wird sie offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Nicht mit einer großen Feierstunde im Rathaus. Nein, in der Bücherei selbst und zeitgleich mit dem Dankeschönnachmittag, zu der die Bücherei alljährlich ihre zahlreichen Kooperationspartner einlädt. Ein Abschied, der zu Monika Frieling passt. Impulsives Vorpreschen ist ihre Sache nicht. Aus dem Hintergrund hat sie die Fäden gezogen und die Einrichtung Stadtbibliothek erfolgreich auch durch unruhiges Fahrwasser manövriert.

Sie geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Meine Mitarbeiter, die Auszubildenden, die vielen Begegnungen mit Menschen, die meine Arbeit mit sich gebracht hat, all das werde ich vermissen“, sagt Monika Frieling beim Pressegespräch in der gemütlich eingerichteten Leseecke im ersten Obergeschoss. Sie sei froh, dass mit Kay Dünneweg ein qualifizierter Nachfolger seinen Dienst schon wenige Tage später am 1. Juni antreten wird. Mit reduzierter Stundenzahl zwar. Aber nach der Grundsatzdiskussion im vergangenen Jahr, bei dem die Stelle ganz zur Disposition stand, sei dies „eine Lösung, mit der die Bücherei leben kann“, so Frieling.

Und sie selbst? „Ich möchte mich erst einmal sortieren“, ist sie froh, jetzt zum Sommer hin in den neuen Lebensabschnitt zu wechseln. Dies sei ideal, um nach so langer Zeit der beruflichen Anspannung herunterzukommen und den Dingen nachzugehen, die bislang zu kurz kamen. Sich den Enkeln widmen, Vorlesungen besuchen und nicht zuletzt ein Buch an einem Stück lesen – all das gehört dazu.

Und auch die Rückschau auf ihr Berufsleben: Als sie Ende der 1980er-Jahre anfing, gab es in der Bücherei noch die Katalogisierung mit Handzetteln. Das änderte sich erst 1995 mit der Einführung der elektronischen Datenverarbeitung. Ein Meilenstein in der Bibliotheksarbeit, erinnert sich Frieling. Ebenso wie der Zusammenschluss der Münsterland-Bibliotheken Anfang der 2000er-Jahre und die Gründung des Fördervereins im Jahr 2003. „Ohne dessen Unterstützung hätten wir vieles nicht realisieren können“, sagt Monika Frieling.

Und wie sieht die Neu-Ruheständlerin die Zukunft der Bücherei? „Öffentliche Bibliotheken werden immer ihre Berechtigung haben“, ist sie überzeugt. „Sie sind ein Ort der Begegnung, ein Treffpunkt mit kostenfreien, geprüften Angeboten und ein Ort, an dem man Medienkompetenz vermittelt bekommt“, weiß die Burgsteinfurterin.

Und auch sie wird diese Vorzüge weiter nutzen – zwar nicht mehr als Leiterin, sondern „nur“ noch als einfache Nutzerin. In jedem Fall aber weiter mit Begeisterung.

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