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Ursachen von Durchblutungsstörungen Thema der „Abendvisite“

Detektivarbeit für die Ärzte

Steinfurt

Viele Tipps und Hintergründe gab es bei der jüngsten „Abendvisite“ zum Thema „Durchblutungsstörungen der kleinen Gefäße“.

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Dr. Bernd Krabbe stellte während der „Abendvisite“ Ursachen und Behandlung von Durchblutungsstörungen vor.

Viele Menschen klagen in bestimmten Situationen über kalte Finger und Zehen. Besonders während der Wintermonate muss das nicht unbedingt ein Grund zur Besorgnis sein. Handelt es sich jedoch um einen Dauerzustand, kann die mangelnde Zirkulation des Blutes eventuell auch auf Erkrankungen hinweisen. In den menschlichen Körper sind rund 100 000 Kilometer feines Gefäßnetzwerk inte­griert, Störungen in der Eng- und Weitstellung dieser Gefäße sind möglicherweise behandlungsbedürftig.

In einer weiteren Folge der Vortragsreihe „Abendvisite“, veranstaltet vom UKM Marienhospitals, der Familienbildungsstätte und vom Kulturforum Steinfurt, hat sich Dr. Bernd Krabbe, Chefarzt Innere Medizin-Herz-Kreislauf-Medizin, mit dem Thema „Durchblutungsstörungen der kleinen Gefäße“ befasst.

Auslöser für Kältegefühle in den Extremitäten kann vieles sein. Von niedrigen Temperaturen über Bewegungsmangel, Stress, Angst und Depressionen bis hin zu Vitamin- und Mineralstoffmangel sowie auch der Genuss von Nikotin, Alkohol oder Kaffee.

100 000 Kilometer

Ist mangelnde Durchblutung im Spiel, könne es heikel werden. Der Experte erläuterte Krankheitsbilder, allen voran das „Raynaud-Syndrom“. Dabei handelt es sich um das anfallsartige Erblassen von Zehen oder Fingern. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. „Wichtig ist die Unterscheidung von primärem und sekundärem Raynaud-Syndrom. Während beim primären keine oder nur leichte Schmerzen auftreten, ebenso keine Gefäßverschlüsse, können beim sekundären starke Schmerzen und Gefäßverschlüsse möglich sein. „Bei Durchblutungsstörungen ist es wichtig, möglichst früh einzugreifen“, betonte Krabbe. „Es ist für die Ärzte vielfach ein Detektivspiel, die tieferen Gründe herauszufinden, denn sie können vielfältiger Natur sein.“ Solange beispielsweise die Fingernägel normal wachsen, sei eine schwere Durchblutungsstörung in den Fingern unwahrscheinlich, beruhigte er alle, die darunter leiden.

Gefäßschäden

„Es gibt auch mechanische Belastungen, die zu Gefäßschäden führen können. So etwa, wenn jemand mit einem Presslufthammer arbeitet. Ultraschalluntersuchungen haben sich bewährt. „Wir verwenden unterschiedliche Ultraschallköpfe“, so der Arzt, „und können so von der Bauchschlagader bis zur Zehe nachschauen, ob ein krankhafter Befund vorliegt.“

Früh eingreifen

Der Doktor kritisierte allgemein, dass vor Amputationen, dem „worst case“, viel zu selten ein Gefäßspezialist hinzugezogen werde. „Wir können viel bewirken, bevor es zum Äußersten kommt.“

Der Chefarzt gab Tipps, wie man bei nicht krankhaft bedingten Beschwerden vorbeugen kann: Dazu gehörten die Vermeidung von Kälte, muskelkräftigendes Fingertraining, in der kalten Jahreszeit wintergeeignetes Schuhwerk auszuwählen aber auch der Rat, mit dem Rauchen aufzuhören, ausreichend zu trinken und Stress wenn möglich zu reduzieren.

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