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Blutwäsche bringt Dialyse-Patient Erwin Sestendrup große Erleichterung

Die Lebensqualität ist wieder da

Steinfurt

Eine Blutwäsche kann bei Patienten mit Nierenschwäche einen großen Teil Lebensqualität zurückbringen. Das erlebt aktuell der Borghoster Erwin Sestendrup. Begonnen hatte die Nierenschwäche allerdings als Herzfehler.

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Ein starkes Team: Dr. Christoph Korte aus dem Nephrologischen Zentrum Emsdetten, Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Gerold Thölking (UKM MHS) und Patient Erwin Sestendrup während der Dialyse. Foto: UKM MHS/kk

Erwin Sestendrup ist ein Mann voller Lebensbejahung. Der 80-Jährige war in seinem beruflichen Leben mit einer eigenen Bekleidungsfirma in Gronau aktiv. Eine Pumpschwäche seines Herzens schränkte den vitalen Borghorster später ein, immer wieder hat sich dadurch Wasser in der Lunge gesammelt, das es loszuwerden galt.

Hier wird es nun knifflig: „Das Herz arbeitet am besten, wenn das Wasser aus dem Körper entweicht. Für die Niere ist wenig Wasser aber eine Belastung – sie benötigt es zum Spülen“, erklärt sein behandelnder Arzt Dr. Christoph Korte, im Nephrologischen Zentrum Emsdetten. Dort werden besonders Nieren- und Bluthochdruckerkrankungen behandelt. So wurde aus der Herzerkrankung eine Nierenschwäche. „Kardiorenales Syndrom“ nennen das die Experten. „Zuletzt war das Zusammenspiel zwischen Herz und Niere nicht mehr gewährleistet und wir haben uns letztlich zur Einleitung einer Nierenersatztherapie entschieden“, so Dr. Korte.

Bis zu fünf Liter Wasser auf der Lunge

Diese Krankheit ist belastend. Es sammelte sich immer wieder Wasser unter Sestendrups Lunge an. Einmal waren es fünf Liter. Immer dann kam der Patient ins UKM Marienhospital Steinfurt zu Chefarzt Dr. Gerold Thölking. „Wir haben dann zunächst versucht, durch eine Bauchfelldialyse die Niere zu entlasten. Das hat aber nicht ausgereicht“, erklärt der Nephrologe. Der sonst aktive Borghorster litt unter Appetitlosigkeit und starken Bewegungseinschränkungen. Selbst das Laufen war nicht mehr möglich. „Ich habe Herrn Sestendrup damals die Hämodialyse, die sogenannte Blutwäsche empfohlen“, erinnert sich Thölking.

Diese wird nun dreimal wöchentlich im Nephrologischen Zentrum Emsdetten durchgeführt. „Vor allem hat mir die Dialyse viel Lebensqualität zurückgegeben. Ich kann meinen Alltag wieder ganz normal gestalten“, sagt Sestendrup. „Der Appetit ist auch zurück. Mein nächstes Ziel ist es, das ich auch den Rollator wieder loswerde.“

Positive Einstellung ist wichtig

Über diese Haltung freuen sich seine Ärzte: „Herr Sestendrup ist sehr positiv eingestellt. Seit Ende März sind keine weiteren Krankenhausaufenthalte nötig. Das ist auch psychologisch ganz wichtig“, betont Dr. Christoph Korte.

Der Kontakt zwischen dem Ärzteteam des Nephrologischen Zentrum Emsdetten und dem Steinfurter Krankenhaus besteht inzwischen seit dem Jahr 2017. „Die Zusammenarbeit ist für uns wichtig, weil die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen unsere gemeinsamen Patientinnen und Patienten oft eine lange Zeit betreuen und daher gut kennen“, fügt Chefarzt Dr. Gerold Thölking abschließend an.

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