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„Mother‘s Pride“ in der Stadtbücherei zu Gast

Ein Mix aus Lyrik, Lesung und Musik

Steinfurt

Ob für Freunde von Gedichten, Lesungen oder Musik – beim „lyrikalischen“ Abend in der Stadtbücherei Steinfurt wurde für alle etwas geboten. Dafür sorgten Susanna Wüstneck und Guenther Leifeld-Strikkeling, die zusammen das Publikum in ihren Bann zogen.

Von Rainer Nixund

Susanne Wüstneck und Guenther Leifeld-Strikkeling hinter zwei sie darstellenden Puppen, die zu Youtubern wurden. Foto: Rainer Nix

„Mother‘s Pride“, ein ebenso verwegenes wie sympathisches Duo, zog am Freitagabend das Publikum der Stadtbücherei Steinfurt in seinen Bann. Eingeladen zum „lyrikalischen Abend“ hatte der Förderverein der Bibliothek. Susanna Wüstneck und Guenther Leifeld-Strikkeling präsentierten jede Menge Musik, Gedichte und eine Kostprobe aus dem Roman „Pollmeiers Amp“.

Im hippieverdächtigen Countrystil kostümiert spielten die beiden Folk- und Countrylieder sowie bluesige Songs auf akustischer, Steel- oder Slidegitarre. Spitzenmäßig brachten sie das Feeling rüber, was den Auftritt überaus authentisch machte. Filmemacherin Wüstneck hatte Lyrik aus eigener Feder im Gepäck. So unter anderem den „Freckenhorst aus Ostenfelde“, ein wortspielreiches Poem mit westfälischen Ortsnamen. Überaus kritisch war ein Gedicht über die Pandemie, in dem Wüstneck politische Entscheidungen auf den Prüfstand stellte und letztlich ein flammendes Plädoyer für die Demokratie verfasste. Einfach schön kam die Liebesgeschichte mit einer an das japanische Kamishibai-Tischtheater erinnernden Vorführung toll gezeichneter Bilder daher.

Ein Amp spielt die Hauptrolle

Teil zwei des Abends gehörte der Lesung aus Leifeld-Strikkelings Buch „Pollmeiers Amp“. Nicht-Musikern sei gesagt, dass „Amp“ die Kurzform des englischen Wortes „Amplifier“ ist, was Verstärker bedeutet. Ein unverzichtbares Utensil, wenn man Gitarrenklänge elektrisch verstärken will. Solch ein Amp, Baujahr 1939 und gut erhalten, ist die eigentliche Hauptfigur des Romans. Er hatte viele Besitzer. „Der ist mit Provinzmuckern rumgetingelt“, erklärte Leifeld-Strikkeling. Durch einen Zufall geriet der Amp in die Hände des musikalischen Autors, der in noch heute nutzt. „Irgendwie“, sagt er, „ist der Amplifier für mich so etwas wie ein eigenständiges Instrument geworden.“

Das Buch enthält Geschichten, in denen der Amp eine Rolle spielt, denn der Autor war als Gitarrist mit vielen Band-Formationen unterwegs. Faszinierend für alle, die Folk, Rock, Country und Blues lieben. Gastmusiker war Gerd Gorke, ein Meister der deutschen Blues-Szene, der sein Talent an der Mundharmonika ausspielte. Ihm gehörte der Amp übrigens zuvor.

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