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Bibelfliesen-Ausstellung ab Sonntag in der evangelischen Großen Kirche

Eine außergewöhnliche Begegnung mit Gottes Wort

Burgsteinfurt

Eine nicht alltägliche Ausstellung wird ab Sonntag in der evangelischen Großen Kirche zu sehen sein: Im Mittelpunkt stehen Bibelfliesen.

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Peter Gramberg (r.) hat Pfarrer i.R. Kurt Perrey (l.) und Hartmut Fink vom Norder Fliesenbibel-Team am Mittwochmittag unterstützt, die Bibelfliesen-Ausstellung in der Großen Kirche aufzubauen. Foto: Drunkenmölle

Sein Amtskollege Dr. Reinhold Hemker hat Kurt Perrey schon mal als den Bibelfliesenpapst bezeichnet. Was der Pfarrer im Ruhestand und sein Norder Bibelfliesenteam in vielen Jahren Sammler-, Forscher-, Dokumentations- und Ausstellungsarbeit mittlerweile angestoßen und auf den Weg gebracht haben, gilt tatsächlich als einzigartig und über Kirchtürme und Landesgrenzen hinweg als kulturhistorisch außerordentlich wertvoll und viel beachtet. Einen Eindruck davon verschafft die Bibelfliesen-Ausstellung, die ab dem kommenden Sonntag (17. Juli) bis Mitte September in der evangelischen Großen Kirche in Burgsteinfurt zu sehen ist. Perrey hat sie zusammen mit seinem Mitstreiter Hartmut Fink und Dr. Peter Gramberg von der Evangelischen Kirchengemeinde am Mittwochvormittag aufgebaut.

Niederlande

Seit etwa 400 Jahren erzählen Bibelfliesen biblische Geschichten. Von einer „außergewöhnlichen Begegnung mit Gottes Wort“ spricht Perrey, wenn er die kleinen Kacheln in der Hand hält. Sie waren einst Baumaterial und bildhafte Verkündigung zugleich. Ihre Blütezeit begann im 17. und 18. Jahrhundert in den Niederlanden. Dort wurden nach und nach Bilder aus den Kirchen entfernt. Bibelfliesen drückten unter anderem stillen Protest gegen das Bilderverbot aus.

Geburt Christi

Dort, wo man miteinander aß, arbeitete, schlief, fröhlich und traurig war, begegneten die Menschen diesen alt- und neutestamentlichen Geschichten in ansprechender, leicht verständlicher Darstellungsweise. Die Bilder trugen immer auch dazu bei, Wissen für alle zu vermitteln, die nicht lesen konnten. Zur Sammlung gehören teils sehr gängige Motive wie etwa die Geburt Christi, die es in 100-facher Ausführung aus verschiedenen Epochen gibt, aber zum Teil auch weniger bekannte Szenen, deren Zuordnung in der Fliesenforschung eine echte Herausforderung war. Zu über 600 verschiedenen Texten aus der Bibel sind Szenen gestaltet worden.

Kulturgut

Kurt Perrey und seine Fliesenfreunde haben dazu beigetragen, dieses fast in Vergessenheit geratene Kunst- und Kulturgut wieder ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Ein Teil der Exponate war bereits im Alten Rathaus und in der Hohen Schule in Burgsteinfurt ausgestellt. Jetzt sind weitere Kacheln zu sehen.

Die Aussteller verzichten am Sonntag auf eine Eröffnung. Die Kirche ist ab 15 Uhr geöffnet, an den folgenden Wochenenden dann regelmäßig samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr. Am 9. September soll es eine Finissage geben.

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