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Versammlung der Dumter Schützen

Emotionale Debatte um Festabsage

Borghorst

m Verlauf der außerordentlich gut besuchten Versammlung der Dumter Schützengesellschaft haben die Mitglieder lange über den am 8. Februar gefassten Vorstandsbeschluss diskutiert, auch in diesem Jahr kein Schützenfest zu feiern. Die Dumter sind der einzige unter den Steinfurter Schützenvereinen, der sich in 2022 aus dem Festreigen ausklinkt. Die Entscheidung war bei einigen Mitgliedern auf Unverständnis gestoßen.

Von Rainer Nix

In einer zum Teil sehr emotional geführten Diskussion haben die Mitglieder des Dumter Schützengesellschaft während ihrer Jahreshauptversammlung am Freitag im Hotel Lindenhof über die Absage ihres Schützenfestes diskutiert. Erläuterten den Vorstandsbeschluss: Schützenkönig Maik Kolkmann, Vorsitzender Stefan Drerup, 2. Vorsitzender Hendrik Otto und Schriftführer Marco Beckmann.Erläuterten den Vorstandsbeschluss:

Im Verlauf der außerordentlich gut besuchten Versammlung der Dumter Schützengesellschaft haben die Mitglieder lange über den am 8. Februar gefassten Vorstandsbeschluss diskutiert, auch in diesem Jahr kein Schützenfest zu feiern. Die Dumter sind der einzige unter den Steinfurter Schützenvereinen, der sich in 2022 aus dem Festreigen ausklinkt. Die Entscheidung war bei einigen Mitgliedern auf Unverständnis gestoßen.

„Uns war klar, dass nicht alle Schützenbrüder unsere Entscheidung nachvollziehen würden“, so der Vorsitzende Stefan Drerup. „Das akzeptieren wir natürlich.“ Zu groß sind die Unwägbarkeiten auf Grund der Corona-Pandemie, die trotz der Lockerungen noch nicht überwunden ist. „Wir müssen an alle denken“, betonte der Vorsitzende. „Wir haben zahlreiche junge Mitglieder, worüber wir uns sehr freuen, aber auch viele Ältere, die sich lieber noch zurückhalten.“ Dabei sei unter anderem auch an die Jubelkönige gedacht worden.

Viele unter den Schützen begrüßten die Entscheidung, allerdings wurde die Debatte zum Teil recht emotional geführt. „Warum hat der Vorstand im Februar keine Mitgliederversammlung einberufen, um über Pro und Kontra eines Schützenfestes in diesem Jahr abzustimmen?“, wurde kritisch nachgefragt. „Die Entscheidung wurde vom Vorstand einstimmig getroffen“, erklärte Drerup. Bereits zu Beginn der Sitzung im Februar habe er jedes Vorstandsmitglied dazu aufgerufen, seine Meinung frei zu äußern. Vier Mitglieder, die nicht persönlich anwesend sein konnten, seien im Vorfeld telefonisch befragt worden. Tenor sei auch bei ihnen gewesen, nicht zu feiern. „So ist der Beschluss, das Schützenfest abzusagen, einstimmig gefällt worden.“ Weil im Vorstand bereits ein Querschnitt aller Vereinsgruppen vertreten sei, habe es keinen Grund für eine Mitgliederversammlung gegeben. „Währen innerhalb des Vorstandes verschiedene Meinungen dazu laut geworden, hätten wir sie einberufen“, versichert der Vorsitzende. Darüber hinaus hob er hervor, dass die Gründe für die Absage vielfältig seien. Wirtschaftliche Aspekte spielten auch ein Rolle. Drastisch gestiegene Kosten wie eine höhere Zeltmiete, 100 Prozent höhere Honorare für Musikbands sowie angezogene Preise für den Ausschank von Getränken zählten dazu. Behördliche Auflagen sind noch nicht genau einschätzbar, aber zu erwarten, wie ein Gespräch mit dem Leiter des Krisenstabs, Dr. Karlheinz Fuchs, ergeben hätte. Möglicherweise wäre ein Sicherheitsdienst erforderlich. Ebenso entstünden zum Teil erhebliche Kosten, falls das Schützenfest im Mai auf Grund der Corona-Situation abgesagt werden müsste.

Am 8. Mai (Sonntag) ist anstelle des Schützenfestes ein vereinsinterner Dämmerschoppen geplant. Fronleichnam soll die Radtour stattfinden.

Vom Kapellenverein, der sich um die Dumter Wegekapelle kümmert, gab es einen Sachstandsbericht zur Aufstellung einer Gedenktafel. Um Standfestigkeit und Sicherheit zu garantieren sei es unter anderem notwendig, ein Fundament zu gießen, Sicherheitsglas sowie -schlösser zu installieren. Auf der Tafel sind die Namen der in zwei Weltkriegen gefallenen Schützen zu lesen. Ein Antrag auf Förderung durch Leader-Mittel ist gestellt. „Falls der Verein die Mittel nicht bekommt, soll das Projekt auf jeden Fall weiter verfolgt werden“, hat die Versammlung entschieden. Im Notfall sei die Schützengesellschaft bereit, einen Kredit zu gewähren. Es geht insgesamt um eine Summe von rund 11 500 Euro, die zum kleinen Teil bereits durch Spendengelder gedeckt ist.

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