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Energieversorger musste teuer dazukaufen

Erdgas wird auch in Steinfurt deutlich teurer

Steinfurt

Die Schlagzeilen über die Preissteigerungen auf den internationalen Gasmärkten konnten die Steinfurter bislang kalt lassen. Das wird sich im Sommer aber ändern.

-ar-

Die Stadtwerke werden im Sommer die Erdgaspreise deutlich anheben. Das kündigte Stadtwerke-Chef Rolf Echelmeyer im Gespräch mit dieser Zeitung an. Foto: Axel Roll

Bislang sind die Kunden der Steinfurter Stadtwerke von den drastischen Erhöhungen anderer Erdgasversorger verschont geblieben. Der örtliche Anbieter hatte – wie mehrfach berichtet – in der Vergangenheit großzügig noch zu moderaten Preisen den fossilen Brennstoff einkaufen können. „Allerdings werden wir mittelfristig deutlich erhöhen müssen“, sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Rolf Echelmeyer am Freitag auf Anfrage dieser Zeitung. Mittelfristig, das bedeutet, dass sich die 11.000 Steinfurter Haushalte und auch die Kunden von außerhalb ab Sommer auf höhere Preise einstellen müssen.

Die Gründe: Durch die Insolvenzen zahlreicher Anbieter und durch den freiwilligen Wechsel vieler Gasbezieher zu den Stadtwerken Steinfurt reichen die georderten Kontingente nicht mehr aus. Rolf Echelmeyer: „Wir mussten teuer dazukaufen.“ Und diese Mehrausgaben müssen jetzt irgendwann an die Endverbraucher weitergegeben werden. Unterm Strich ist der Kundenstamm um rund 1000 Haushalte gewachsen. Wie hoch die Preissteigerungen genau ausfallen werden, kann der Stadtwerke-Chef derzeit noch nicht sagen.

Wie alle anderen Erdgas-Lieferanten sind die Stadtwerke von der von Bundeswirtschaftsminister Robert Harbeck ausgerufenen Vorwarnstufe für einen Notfallplan für die Gasversorgung betroffen. „Die Netzbetreiber wurden jetzt gefragt, welche Kunden in einem ersten Schritt weggeschaltet werden könnten“, berichtet Rolf Echelmeyer. Sein Unternehmen habe diese gerade identifiziert. Das seien erst einmal sehr wenige. „Und Privathaushalte wären davon überhaupt nicht betroffen.“ So weit, dass die ausgewählten Verbraucher aufgefordert werden, auf andere Energien umzusteigen, sei man aber noch lange nicht, beruhigt der Geschäftsführer.

Eine gute Nachricht hat Rolf Echelmeyer allen Entwicklungen an den Energiemärkten zum Trotz: Das Badewasser in den Steinfurter Bädern bleibt mollig warm. Anders als zum Beispiel die Nachbarn in Emsdetten werden die Temperaturen nicht um ein Grad abgesenkt, um zu sparen. Kombi- und Freibad werden bekanntlich nicht mit Gas beheizt, sondern ausschließlich mit Biowärme. Darum der Tipp des Stadtwerke-Chefs: „Alle Schwimmer von außerhalb, denen es zu kalt wird, sind nach Steinfurt eingeladen.“

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