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Synode wählt in der Großen Kirche eine neue Superintendentin

Falcke folgt auf Anicker

Burgsteinfurt

Erst nach fünf Wahlgängen stand Susanne Falcke als neue Superintendentin des Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken fest. Sie hatte mit Oliver Günther einen starken Gegenkandidaten.

Von Axel Roll

Erst nach Wahlgang Nummer fünf stand Susanne Falcke als neue Superintendentin des Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken fest. Gegenkandidat Oliver Günther hatte zuvor zurückgezogen. In der Großen Kirche in Burgsteinfurt waren rund 90 stimmberechtigte Mitglieder aus den Gemeinden des Kirchenkreises zur Wahlsynode zusammengekommen. Foto: Axel Roll

Weißer Rauch wie bei der Papstwahl in der Sixtinischen Kapelle war es nicht, der am Ende des mehrstündigen Wahlmarathons das glückliche Ende verkündete. In der Großen Kirche in Burgsteinfurt waren es aber immerhin weiße Zettel, die in einem fünften Durchgang das Ergebnis brachten: Mit 55 Ja-Stimmen wählte die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken Pfarrerin Susanne Falcke aus Dülmen zur Superintendentin und damit Nachfolgerin von Joachim Aniker, der nach 17 Jahren im Dezember in den Ruhestand geht.

Die 46-Jährige, im vergangenen Jahr schon zur Stellvertreterin Anikers gewählt, trat gegen Oliver Günther an. Der 47-jährige Pfarrer aus Oberholzklau im Kirchenkreis Siegen konnte in den vorangegangenen vier Wahlgängen nie eine Stimmenmehrheit auf sich verbuchen, so dass er vor Durchgang Nummer fünf seine Kandidatur zurückzog.

Dass es überhaupt zu so vielen Abstimmungen kam, liegt in einer Besonderheit des Wahlrechts begründet: Es reicht nicht, die Mehrheit der anwesenden Stimmberechtigten auf sich zu vereinigen, sondern die aller Stimmberechtigten im Kirchenkreis. Das sind im aktuellen Fall 97. Somit musste der neue Superintendent wenigstens 49 Mitglieder hinter sich vereinen.

„Auf welche Steine wollen wir bauen?“

Bevor die Wahlhelfer das erste Mal mit ihren gelben Stimmzettelboxen durch die Reihen gingen, stellten sich die Kandidaten in jeweils 20-minütigen Reden dem Plenum vor. Danach war jeweils Zeit für Fragen. Während Oliver Günther, der schon ein Jahr Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Prignitz in Brandenburg war, seine Bewerbung unter die Überschrift „Wir sind Kirche“ gestellt hatte, fragte Susanne Falcke: „Auf welche Steine wollen wir bauen?“ Am Ende bevorzugte sie einen bunten Legostein vor dem grauen, bröseligen Betonstein der deutsch-deutschen Mauer.

Wie der Gronauer Pfarrer Uwe Riese als Leiter der Nominierungskommission zu Beginn der Synode berichtete, hatte es acht Bewerbungen gegeben. Sechs Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 46 und 60 Jahre. Nach drei Vorstellungsgesprächen seien Falcke und Günther für die letzte Runde ausgewählt worden. Riese bezeichnete beide als „Herzenskandidaten, zwei echte Alternativen“. Der noch amtierende Joachim Anicker sei seit 2005 im Amt. „Zeitgleich mit Angela Merkel“, so Uwe Riese. Anicker leite den Kirchenkreis „verlässlich und beständig“.

Die neue Superintendentin ist seit 2011 Pfarrerin in Dülmen. Geboren wurde sie in Recklinghausen. Sie studierte in Münster und Berlin Theologie. 2008 wurde sie Pfarrerin in Dülmen, wo sie drei Jahre später auf die erste Pfarrstelle gewählt wurde. Sie ist verheiratet und hat drei Töchter.

Die Wahlsynode am Freitag in der Großen Kirche dauerte rund fünf Stunden. Nach den Formalien, Grußworten und den Vorstellungsrunden folgten die fünf Wahlgänge. Zwischen Runde zwei und drei schob die Wahlleitung eine spontane Fragerunde, in der unter anderem der Lieblings-Fußballclub Thema war. In beiden Fällen war das übrigens der S 04.

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