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Gemeinwohlorientiert und nachhaltig

Möbelbörse: Gerüstet für erhöhte Nachfrage durch Ukraine-Flüchtlinge

Steinfurt

Das bekannte Sozialkaufhaus, die Möbelbörse der Evangelischen Jugendhilfe in Burgsteinfurt, ist in diesen Tagen wieder sehr gefragt. „Wir haben bereits die ersten Anfragen von ukrainischen Geflüchteten erhalten und erwarten in den kommenden Wochen einen deutlichen Anstieg“, sagt Projektleiter Tobias Tomaszik. Deswegen hat die Einrichtung am kommenden Samstag (2. April) erstmals von 9 bis 15 Uhr geöffnet.

Von Ralph Schippers

Jugendwerkstatt-Projektleiter Tobias Tomaszik (l.) steht zusammen mit den Mitarbeitern Patrick Klinge und Sabine Wiesmann im Verkaufsraum der Möbelbörse. Erstmals in ihrer Geschichte bietet die Einrichtung auch eine Samstagsöffnung an. Foto: Schippers

Sabine Wiesmann ist schon 18 Jahre dabei und neben Patrick Klinge das Gesicht der Einrichtung. „Aber die Möbelbörse selbst“, so sagt die Mitarbeiterin der Evangelischen Jugendhilfe Münsterland, „die gibt es schon viel länger“. Das bekannte Sozialkaufhaus, wie es der Träger auch nennt, ist in diesen Tagen wieder sehr gefragt. „Wir haben bereits die ersten Anfragen von ukrainischen Geflüchteten erhalten und erwarten in den kommenden Wochen einen deutlichen Anstieg“, sagt Tobias Tomaszik.

Der 31-jährige Sozialarbeiter, der vor genau einem Jahr Peter Kücking als Projektleiter Jugendwerkstatt und Möbelbörse gefolgt ist, sieht die an der Goldstraße ansässige Einrichtung gut gerüstet für die zu erwartende Nachfragesteigerung. Angebote von Möbelspenden, die größtenteils aus privaten Haushaltsauflösungen stammen, seien im ausreichenden Maß vorhanden. Manchmal gar seien es so viele, dass es einen Aufnahmestopp gibt – wegen begrenzter Lagerkapazitäten.

„Viel läuft über Mund-zu-Mund-Propaganda“, weiß Tomaszik – was nicht nur für die Spender, sondern auch für Kunden der Möbelbörse gilt. Die entstammen vor allem einkommensschwachen Schichten, sind aber beispielsweise auch Rentner mit vergleichsweise gutem Auskommen, die auf der Suche nach Raritäten sind. Denn ab und an gibt‘s auch die im Fundus der Börse.

Am kommenden Wochenende nun startet die Evangelische Jugendhilfe einen Versuchsballon. Erstmals in der Geschichte der Einrichtung werden die Türen auch an einem Samstag geöffnet. „Wir erhoffen uns, weitere Kunden zu gewinnen, die unter der Woche zum Beispiel wegen beruflicher Verpflichtungen keine Zeit haben zu kommen“, macht Tomaszik die Zielrichtung deutlich.

Weitere Käuferschichten sollen dazu beitragen, die Einnahmesituation zu stärken. Denn davon muss nicht nur die Objektmiete getragen werden, es werden so auch Projekte der Jugendförderung zum Beispiel in der Jugendwerkstatt refinanziert. Die Beschäftigung sowie Qualifizierung arbeitsloser Jugendlicher und Erwachsener bis 25 Jahren in den Arbeitsbereichen Verkauf, Hauswirtschaft, Möbeltransport, Holzbau, Lager, Malerarbeiten sowie Garten- und Landschaftspflege – das hat sich die Evangelische Jugendhilfe auf die Fahnen geschrieben. Die Möbelbörse ist Teil davon. Sie leistet zudem einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit, indem nach wie vor Brauchbares nicht gleich weggeworfen, sondern – nach einer Aufbereitung – weiterverwendet werden kann, betont Tomaszik. Der Projektleiter hofft am kommenden Samstag (2. April) daher auf große Resonanz. Von 9 bis 15 Uhr können sich Interessierte im Sozialkaufhaus umschauen und das eine oder andere gemeinwohlorientierte Schnäppchen machen. Die Möbelbörsen-Mitarbeiter Sabine Wiesmann und Patrick Klinge stehen Kaufinteressierten mit Rat und Tat zur Seite.

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